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Autor: Yann Wagner

Event Let’s talk Logistic

Logix auf der Expo Real 2023

Logix auf der EXPO REAL 2023

26. Sep­tem­ber 2023

Event Let’s talk Logistic

Logix fei­ert ein run­des Jubi­läum: Seit zehn Jah­ren ist die Initia­tive Sprach­rohr der Bran­che und agiert als Ver­mitt­le­rin zwi­schen den Stake­hol­dern bei der Pla­nung, Ent­wick­lung und Ansied­lung von Logis­tik­im­mo­bi­lien. Auf der dies­jäh­ri­gen EXPO REAL ist Logix – neben der fei­er­li­chen Ver­lei­hung des Logix Award – erneut auf dem LogReal.Campus ver­tre­ten, in Halle B1, Stand 134 – sowie mit zwei gleich zwei hoch­ka­rä­ti­gen Veranstaltungen.

Let’s talk Logi­stic: Bestands­auf­nahme und Branchenausblick

Aktu­elle Pro­gno­sen und einen span­nen­den Aus­blick auf die Zukunft der Logis­tik­im­mo­bi­li­en­bran­che erwar­tet die Zuschaue­rin­nen und Zuschauer des Logix-Panels „Wohl und Wehe der Logis­tik­im­mo­bi­lien: Bestands­auf­nahme – Ein­schät­zun­gen – Aus­blick“. Dis­ku­tiert wer­den die wich­tigs­ten Ori­en­tie­rungs­punkte und Hebel für Ent­wick­ler, Inves­to­ren, Nut­zer und Kommunalverantwortliche.

Der Ter­min ist am:
Don­ners­tag, den 5. Okto­ber 2023 – 10:00 Uhr bis 10:50 Uhr im Plan­ning & Part­ner­ships Forum, Halle A1.

Die Teil­neh­mer sind: Jan-Hen­drik Gold­beck, Gold­beck Inter­na­tio­nal, Nick Jones, JLL,  Jan van Geet, VGP und Mark Klau­sen, Kühne + Nagel

Mode­ra­tion: Alex­an­dra May

„Der Leit­fa­den für ESG-Kri­te­rien bei Logis­tik­im­mo­bi­lien ist da!“

Ein eige­nes Forum wid­met Logix dies­mal ihrem neuen Leit­fa­den zum Thema ESG-Maß­nah­men für Logis­tik­im­mo­bi­lien. Die fach­li­che Basis für die Publi­ka­tion bil­den vier Work­shops unter der Betei­li­gung von Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­ter der Bran­che. Das Resul­tat ist ein eigens für die Logis­tik­im­mo­bi­li­en­ent­wick­lung ver­fass­ter Leit­fa­den mit kon­kre­ten Emp­feh­lun­gen und Ein­schät­zun­gen zu den wich­tigs­ten Maß­nah­men und Stan­dards für den Neu­bau und den Bestand.

Vor­ge­stellt wird die Publi­ka­tion am
5. Okto­ber, von 15:30 Uhr bis 17:00 Uhr, im Forum in der B1 Lounge (am Ein­gang West).
Der 

Die Teil­neh­mer sind: Fran­cisco J. Bähr, FOUR PARX GmbH, Andreas Brock­haus, LISTBAU Hol­ding, Dirk Land­rock, phase5, Ste­fan Fuchs, Rhenus, Mar­kus Gro­ne­meyer, Garbe und Mat­thias Fren­zel, Bay­ern LB

Mode­ra­tion: Alex­an­dra May

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Environmental Social Governance (ESG) – Überblick über die Regulatorik

Trend­ra­dar ESG

Envi­ron­men­tal Social Gover­nance (ESG) – Über­blick über die Regulatorik

Environmental Social Governance (ESG) – Überblick über die Regulatorik

Auch in der Logis­tik­im­mo­bi­li­en­bran­che ist „ESG“ (bestehend aus Envi­ron­men­tal – Social and Gover­nance) das Schlag­wort der Stunde. Selbst wenn die Regu­la­to­rik teil­weise nicht mehr ganz neu ist, ent­wi­ckelt sie sich dyna­misch und stellt die Betrof­fe­nen vor neue Her­aus­for­de­run­gen. Im Fol­gen­den soll ein knap­per Über­blick gege­ben werden.

Ursprung und Entwicklung

Als Aus­gangs­punkt der ESG–Regelungsinitiativen wird häu­fig das Pari­ser Kli­ma­ab­kom­men von 2015 genannt, in des­sen Rah­men ver­schie­dene Ziele und Maß­nah­men zum Kli­ma­schutz ver­ab­schie­det wur­den, ins­be­son­dere die Begren­zung des glo­ba­len Tem­pe­ra­tur­an­stiegs auf 1,5 Grad. Aber auch schon zuvor wur­den auf inter­na­tio­na­ler Ebene Nach­hal­tig­keits­ziele for­mu­liert, wie etwa in der Agenda 2030 der Ver­ein­ten Natio­nen, dort u.a. bezahl­bare und sau­bere Ener­gie, nachhaltige/r Kon­sum & Pro­duk­tion und Maß­nah­men zum Klimaschutz.

Als inte­gra­len Bestand­teil der Stra­te­gie zur Umset­zung der Agenda 2030 der UN stellte die EU-Kom­mis­sion 2019 den Euro­pean Green Deal vor. Er beinhal­tet ver­schie­dene Maß­nah­men, um das Ziel einer Redu­zie­rung der CO2 Emis­sio­nen bis 2030 um min­des­tens 55 % gegen­über 1990 zu erfül­len. Als Akti­ons­be­rei­che iden­ti­fi­ziert die Kom­mis­sion dabei unter ande­rem das ener­gie- und res­sour­cen­scho­nende Bauen und Reno­vie­ren sowie eine raschere Umstel­lung auf eine nach­hal­tige und intel­li­gente Mobilität.

Mit dem erst­mals 2018 ver­öf­fent­lich­ten Akti­ons­plan Finan­zie­rung nach­hal­ti­gen Wachs­tums spricht die EU-Kom­mis­sion dem Finanz­sys­tem eine Schlüs­sel­rolle für eine umwelt­ver­träg­li­chere und nach­hal­ti­gere Wirt­schaft zu. Sie stellt eine Agenda aus Maß­nah­men auf, die ins­be­son­dere dar­auf abzie­len, die Kapi­tal­flüsse auf nach­hal­tige Inves­ti­tio­nen umzu­len­ken und finan­zi­elle Risi­ken, die sich aus dem Kli­ma­wan­del oder sozia­len Pro­ble­men erge­ben, zu bewältigen.

Diese und wei­tere Initia­ti­ven haben inzwi­schen eine kom­plexe und hete­ro­gene Regu­la­to­rik her­vor­ge­bracht. Ihre Rechts­quel­len fin­den sich auf inter­na­tio­na­ler und euro­päi­scher, in Deutsch­land zusätz­lich auch auf bundes‑, lan­des- und kom­mu­na­ler Ebene. In ihren Rechts­wir­kun­gen rei­chen die Gestal­tun­gen von Umwelt­stan­dards im Kleid klas­si­scher Ver- und Gebote gesetz­li­chen Ursprungs bis zu – aus recht­li­cher Sicht – rein frei­wil­lig zu befol­gen­den pri­va­ten Stan­dards, wie etwa den schon seit län­ge­rer Zeit bekann­ten Gebäude-Zer­ti­fi­zie­rungs­sys­te­men DGNB, LEED oder BREAM.

Aus­ge­wählte Berei­che der ESG-Regulatorik

Cor­po­rate Sus­taina­bi­lity Reporting

Der euro­päi­sche Gesetz­ge­ber legt einen Schwer­punkt sei­ner Maß­nah­men auf Offen­le­gungs-pflich­ten und die Schaf­fung von Transparenz.

So wurde 2014 die soge­nannte CSR (Cor­po­rate Social Respon­si­bi­lity) Richt­li­nie in Kraft gesetzt, wonach zunächst „große Unter­neh­men von öffent­li­chem Inter­esse“ in ihre Bericht­erstat­tung neben finan­zi­el­len auch nicht-finan­zi­elle Anga­ben, wie etwa zu Umwelt‑, Sozial- und Arbeit­neh­mer­belan­gen, ein­be­zie­hen muss­ten. Durch die auf­ge­wer­tete Berich­ter-stat­tung wird die Ver­ant­wor­tung von Unter­neh­men refle­xiv gesteu­ert: sie sol­len sich auf­grund der erhöh­ten gesell­schaft­li­chen Auf­merk­sam­keit ver­an­lasst sehen, Maß­nah­men im Sozial- und Umwelt­be­reich zu ergreifen.

Mit Umset­zung der neuen Cor­po­rate Sus­taina­bi­lity Report­ing Direc­tive (CSRD) wird u.a. der Kreis der bericht-pflich­ti­gen Unter­neh­men erheb­lich erwei­tert: ab 2026 gilt die Berichts­pflicht für das Geschäfts-jahr 2025 für alle „gro­ßen Unter­neh­men“ wenn zwei der fol­gen­den Merk­male über­schrit­ten wer­den: Bilanz­summe über EUR 20 Mio., Umsatz­er­löse über EUR 40 Mio., mehr als 250 Mit-arbei­ter. Eine wei­tere schritt­weise Erwei­te­rung des Adres­sa­ten­krei­ses ist bereits angelegt.

Taxo­no­mie

Eine Taxo­no­mie ist zunächst nur ein ein­heit­li­ches Ver­fah­ren, um Objekte nach bestimm­ten Kri­te­rien zu klas­si­fi­zie­ren, also in Kate­go­rien ein­zu­tei­len. In die­sem Sinn nor­miert die 2020 in Kraft getre­tene EU-Taxo­no­mie-Ver­ord­nung ein Klas­si­fi­zie­rungs­sys­tem für Wirt­schafts­tä­tig­kei­ten. Es soll damit Anle­gern Infor­ma­ti­ons­hilfe dar­über gege­ben wer­den, mit wel­chen Inves­ti­tio­nen Wirt­schafts­tä­tig­kei­ten finan­ziert wer­den, die öko­lo­gisch nach­hal­tig sind. Um diese bestim­men zu kön­nen, legt die Taxo­no­mie-Ver­ord­nung selbst Kri­te­rien fest (wesent­li­cher Bei­trag zu bestimm­ten Umwelt­zie­len, keine erheb­li­che Beein­träch­ti­gung eines Umwelt­ziels, Ein­hal­tung eines wei­ter kon­kre­ti­sier­ten Min­dest­schut­zes), nimmt aber auch Bezug auf dele­gierte Rechts-akte, die lau­fend wei­ter ergänzt werden.

Ihre Wir­kung ent­fal­tet die Taxo­no­mie-Ver­ord­nung eben­falls über die Schaf­fung von Trans­pa­renz im Wege von Offen­le­gungs­pflich­ten: Unter­neh­men, die nach der CSRD (s.o.) ver­pflich­tet sind, nicht­fi­nan­zi­elle Anga­ben zu ver­öf­fent­li­chen, müs­sen in diese Erklä­rung auch Anga­ben über die nach den Kri­te­rien der Taxo­no­mie-Ver­ord­nung bestimmte öko­lo­gi­sche Nach­hal­tig­keit ihrer Wirt­schafts­tä­tig­keit auf­neh­men. Durch den Ver­weis auf die CSRD nimmt die Taxo­no­mie-Ver­ord­nung an der anste­hen­den – erheb­li­chen (geschätzt um das ca. 30-fache) – Aus­wei­tung des Adres­sa­ten­krei­ses teil, so dass die Taxo­no­mie nicht mehr nur die Finanz­wirt­schaft, son­dern immer mehr auch die Real­wirt­schaft, also auch die Immo­bi­lien- und Logis­tik­im­mo­bi­li­en­bran­che betrifft.

Offen­le­gung

Mit der seit 2021 gel­ten­den SFDR (Sus­tainable Finance Dis­clo­sure Regu­la­tion, Ver­ord­nung über nach­hal­tig­keits­be­zo­gene Offen­le­gungs­pflich­ten im Finanz­sek­tor oder schlicht Offen­le­gungs­ver­ord­nung) wer­den Finanz­markt­teil­neh­mer und Finanz­be­ra­ter zu vor­ver­trag­li­chen Infor­ma­tio­nen und lau­fen­den Offen­le­gun­gen gegen­über End­an­le­gern ver­pflich­tet. So sol­len Infor­ma­ti­ons­asym­me­trien im Hin­blick auf die Ein­be­zie­hung von Nach­hal­tig­keits­ri­si­ken, die Berück­sich­ti­gung nach­tei­li­ger Nach­hal­tig­keits­aus­wir­kun­gen, die Bewer­bung öko­lo­gi­scher oder sozia­ler Merk­male sowie im Hin­blick auf nach­hal­tige Inves­ti­tio­nen abge­baut wer­den. Nach­hal­ti­ges Inves­tie­ren soll trans­pa­ren­ter und ein­fa­cher gestal­tet wer­den. Hierzu regelt die Ver­ord­nung sowohl unter­neh­mens- als auch pro­dukt­be­zo­gene Pflich­ten. Wäh­rend bestimmte Offen­le­gungs­pflich­ten für alle von der Ver­ord­nung erfass­ten Finanz­pro­dukte gel­ten, stei­gert sich ihr Umfang für bestimmte nach­hal­tige Finanz­pro­dukte, ins­be­son­dere sog. ESG-Stra­te­gie­pro­dukte („Art.-8-Fonds“) oder sog. Impact-Pro­dukte („Art.-9-Fonds“). Diese Unter­tei­lung ermög­licht es Inves­to­ren, anhand bestimm­ter Kri­te­rien die Nach­hal­tig­keit von Finanz­pro­duk­ten wie Immo­bi­li­en­fonds zu beur­tei­len und hat dem­entspre­chend in der jün­ge­ren Ver­gan­gen­heit für den Immo­bi­li­en­in­vest­ment­markt, ein­ge­schlos­sen die Asset­klasse Logis­tik­im­mo­bi­lien, signi­fi­kant an Rele­vanz gewonnen.

Soziale Nach­hal­tig­keit (u.a. am Bei­spiel von Lieferketten)

Neben den öko­lo­gi­schen Ziel­set­zun­gen der ESG-Regu­la­to­rik rückt die Soziale Nach­hal­tig­keit – das „S“ in „ESG“ – zuletzt immer wei­ter in den Fokus der Immo­bi­li­en­wirt­schaft. Eine eigen­stän­dige Taxo­no­mie exis­tiert für soziale Fra­gen aktu­ell (noch) nicht. Die „EU Plat­form on Sus­tainable Finance“ hat im Februar 2022 einen Abschluss­be­richt zur „Sozi­al­ta­xo­no­mie“ ver­öf­fent­licht, der als Grund­lage für die Eta­blie­rung recht­li­cher Vor­ga­ben die­nen soll. Als Ziele wer­den darin men­schen­wür­dige Arbeits­be­din­gun­gen, ange­mes­sene Lebens­stan­dards und Wohl­erge­hen der End­ver­brau­cher sowie eine inte­gra­tive und nach­hal­tige Gesell­schaft genannt. Viele Markt­teil­neh­mer set­zen diese Ziele auch ohne gesetz­li­che Vor­ga­ben bereits pro­ak­tiv um. Neu­bau­pro­jekte im Logis­tik­be­reich zeich­nen sich teil­weise auch heute schon durch gestei­gerte Ansprü­che an das Arbeits­um­feld etwa im Hin­blick auf Raum- und Luft­qua­li­tät sowie Erho­lungs- und Sport­flä­chen aus. Neben den zum Teil ver­bind­li­chen Vor­ga­ben an eine Immo­bi­lie in öko­lo­gi­scher Hin­sicht, stellt ein auf soziale Nach­hal­tig­keit aus­ge­rich­te­tes Gebäu­de­kon­zept ein Dif­fe­ren­zie­rungs­merk­mal dar, das die wirt­schaft­li­che Attrak­ti­vi­tät einer Immo­bi­lie für Inves­to­ren und Anle­ger steigert.

Ein Teil der im Zusam­men­hang mit Sozia­ler Nach­hal­tig­keit (und teil­weise auch Aspekte der Gover­nance – des „G“) ver­folg­ten Ziele wurde im Lie­fer­ket­ten­sorg­falts­pflicht­ge­set­zes (LkSG) bereits gesetz­lich gere­gelt. Das LkSG zielt auf die Stär­kung von Men­schen­rech­ten und Umwelt­schutz in glo­ba­len Lie­fer­ket­ten ab. Ins­be­son­dere sol­len Kin­der­ar­beit, Zwangs­ar­beit, Dis­kri­mi­nie­rung, Miss­ach­tung des Arbeits­schut­zes und man­geln­den Sicher­heits­stan­dards ent­lang der Lie­fer­kette bekämpft wer­den. Der Begriff der „Lie­fer­kette“ umfasst alle Pro­duk­ti­ons­schritte im In- und Aus­land bis zur Lie­fe­rung an den End­kun­den. Hierzu ent­hält das Gesetz umfang­rei­che Sorg­falts­pflich­ten in Bezug auf die Eta­blie­rung eines Risi­ko­ma­nage­ments, Prä­ven­ti­ons- und Abhil­fe­maß­nah­men sowie eine Doku­men­ta­ti­ons- und jähr­li­che Berichts­er­stat­tungs­pflicht. Betrof­fen von dem LkSG sind alle Unter­neh­men, die ihre Haupt­ver­wal­tung, ihre Haupt­nie­der­las­sung, ihren Ver­wal­tungs­sitz oder ihren sat­zungs­mä­ßi­gen Sitz im Inland haben und min­des­tens 3.000 Arbeit­neh­mer im Inland beschäf­ti­gen. Eine Aus­wei­tung und Ver­schär­fung des Anwen­dungs­be­reichs des LkSG wird die Umset­zung der Lie­fer­ket­ten­richt­li­nie der Euro­päi­sche Kom­mis­sion (Cor­po­rate Sus­taina­bi­lity Due Dili­gence Direc­tive – CSDDD) zur Folge haben.

Pri­vate Stan­dards, ins­be­son­dere CRREM-Tool

Neben gesetz­li­chen Vor­ga­ben auf euro­päi­scher und natio­na­ler Ebene, las­sen sich auch pri­vate Stan­dards zur ESG-Regu­la­to­rik im wei­te­ren Sinn zäh­len. Erheb­lich an Bedeu­tung gewon­nen hat etwa das CRREM (Car­bon Risk Real Estate Monitor)-Tool. Es will dem Man­gel abhel­fen, dass die ESG-Regu­la­to­rik über­wie­gend den Pri­mär­ener­gie­be­darf in den Fokus rückt statt die CO2-Emis­sio­nen. Hierzu stellt das Tool immo­bi­li­en­spe­zi­fi­sche Dekar­bo­ni­sie­rungs­ziel­pfade dar. Der Anwen­der macht im Hin­blick auf eine Immo­bi­lie Anga­ben u.a. zu den Arten der Ener­gie­trä­ger, den jewei­li­gen Ener­gie­ver­bräu­chen und der Berück­sich­ti­gung von Emis­si­ons­fak­to­ren und erneu­er­ba­ren Ener­gien. Dar­auf basie­rend pro­gnos­ti­ziert das Tool den CO2-Aus­stoß und zeigt an, wel­che damit ver­bun­de­nen Kos­ten und wann ein Ver­las­sen des Ziel­pfads („stran­ding“) dro­hen. Die Bedeu­tung des CRREM-Tools resul­tiert ins­be­son­dere dar­aus, dass die BaFin die Ver­pro­bung des Merk­mals der CO2-Inten­si­tät bei Fonds gem. Art. 8 und Art. 9 der Offen­le­gungs­ver­ord­nung (s.o.) der­zeit fak­tisch nur mit­tels die­ses Tools zulässt. Aktu­ell wird es bereits von vie­len Immo­bi­li­en­fonds als Maß­stab für die Errei­chung der eige­nen ESG-Ziele eingesetzt.

Aus­blick:

Die ESG-Regu­la­to­rik hat bereits einen erheb­li­chen Umfang sowie große Rele­vanz in der Unter­neh­mens­pra­xis erreicht. Ihr eine anhal­tend dyna­mi­sche Zunahme sowohl in Quan­ti­tät wie Inten­si­tät vor­her­zu­sa­gen, scheint wenig gewagt. Ebenso klar ist, dass die Berück­sich­ti­gung von Nach­hal­tig­keits­kri­te­rien für Inves­ti­ti­ons­ent­schei­dun­gen und damit auch für die Pro­jekt­ent­wick­lung wei­ter stei­gen wird. Ohne Zwei­fel wird dies auch die Logis­tik­im­mo­bi­li­en­bran­che prägen.

Autoren: Dr. Gösta Chris­tian Makow­ski, LL.M., Rechts­an­walt, Anna-Lena Died­rich, Rechts­an­wäl­tin, GSK Stockmann.

Stand: 31.12.2023

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halle

Trend­ra­dar DGNB

Die DGNB-Zer­ti­fi­zie­rung für Logis­tik­im­mo­bi­lien im Rah­men der neuen EU-Taxo­no­mie: Eine Min­de­rung von Stranded-Asset-Risiken

halle

Vor dem Hin­ter­grund der nach­hal­ti­gen Ent­wick­lung und des wach­sen­den Bewusst­seins für Umwelt­be­lange hat die Euro­päi­sche Union (EU) wich­tige Schritte zur För­de­rung nach­hal­ti­ger Finan­zie­run­gen und Inves­ti­tio­nen unter­nom­men. Die EU-Taxo­no­mie-Ver­ord­nung, hat Dis­kus­sio­nen über die Rele­vanz von Zer­ti­fi­zie­run­gen, wie sie von der Deut­schen Gesell­schaft für Nach­hal­ti­ges Bauen (DGNB) ange­bo­ten wer­den, für Neu­bau­ten von Logis­tik­im­mo­bi­lien aus­ge­löst. In die­sem Bei­trag wird unter­sucht, ob die DGNB-Zer­ti­fi­zie­rung im Kon­text der EU-Taxo­no­mie wei­ter­hin sinn­voll ist, ins­be­son­dere im Hin­blick auf die Befürch­tun­gen gro­ßer Immo­bi­li­en­ei­gen­tü­mer hin­sicht­lich gestran­de­ter Ver­mö­gens­werte, der soge­nann­ten Stran­ded Assets.

Die EU-Taxo­no­mie-Ver­ord­nung und nach­hal­tige Finanzen

Die EU-Taxo­no­mie-Ver­ord­nung, die ab 2022 anzu­wen­den ist, zielt dar­auf ab, einen gemein­sa­men Rah­men zur Klas­si­fi­zie­rung wirt­schaft­li­cher Akti­vi­tä­ten auf der Grund­lage ihrer öko­lo­gi­schen Nach­hal­tig­keit zu schaf­fen. Die Ver­ord­nung ent­hält Kri­te­rien, anhand derer fest­ge­stellt wer­den kann, ob eine Tätig­keit einen wesent­li­chen Bei­trag zu Umwelt­zie­len leis­tet, ein­schließ­lich Kli­ma­schutz und Anpas­sung an den Kli­ma­wan­del, Kreis­lauf­wirt­schaft, Ver­mei­dung von Umwelt­ver­schmut­zung und mehr. Die­ser Rah­men soll Inves­to­ren, Unter­neh­men und poli­ti­schen Ent­schei­dungs­trä­gern dabei hel­fen, fun­dierte Ent­schei­dun­gen zu tref­fen, die mit der Nach­hal­tig­keits­stra­te­gie der EU übereinstimmt.

Die Rolle der DGNB-Zertifizierung

Die DGNB-Zer­ti­fi­zie­rung ist seit lan­gem als seriö­ser Stan­dard für die Bewer­tung der Nach­hal­tig­keit von Gebäu­den und Immo­bi­li­en­pro­jek­ten aner­kannt. Sie bewer­tet ver­schie­dene Aspekte der öko­lo­gi­schen, wirt­schaft­li­chen und sozia­len Leis­tung eines Gebäu­des, von der Ener­gie­ef­fi­zi­enz und dem Mate­ri­al­ver­brauch bis hin zum Innen­raum­kom­fort und den öko­lo­gi­schen Aus­wir­kun­gen. Da Logis­tik­im­mo­bi­lien eine ent­schei­dende Rolle in den Lie­fer­ket­ten und dem Trans­port spie­len, sind ihre Aus­wir­kun­gen auf die Umwelt erheb­lich. Die DGNB-Zer­ti­fi­zie­rung bie­tet eine umfas­sende Mög­lich­keit, die Nach­hal­tig­keit von Logis­tik­im­mo­bi­lien zu bewer­ten und zu verbessern.

Der Umgang mit dem Pro­blem der Stran­ded Assets

Große Immo­bi­li­en­ei­gen­tü­mer, ins­be­son­dere sol­che mit umfang­rei­chen Port­fo­lios, haben ihre Besorg­nis über Stran­ded Assets geäu­ßert – Immo­bi­lien, die auf­grund von sich ändern­den Vor­schrif­ten, Markt­prä­fe­ren­zen oder einem ver­än­der­ten Umwelt­be­wusst­sein an Wert ver­lie­ren könn­ten. Die EU-Taxo­no­mie hat das Poten­zial, die Ent­schei­dun­gen von Inves­to­ren und die Bewer­tung von Immo­bi­lien zu beein­flus­sen, indem sie Ver­mö­gens­werte her­vor­hebt, die mit nach­hal­ti­gen Akti­vi­tä­ten in Ein­klang ste­hen. Neu errich­tete Logis­tik­im­mo­bi­lien, die diese Kri­te­rien nicht erfül­len, könn­ten mit einer gerin­ge­ren Nach­frage und nied­ri­ge­ren Bewer­tun­gen kon­fron­tiert wer­den und so zu Stran­ded Assets werden.

Die DGNB-Zer­ti­fi­zie­rung als Stra­te­gie zur Risikominderung

In die­sem Zusam­men­hang bie­tet sich die DGNB-Zer­ti­fi­zie­rung als stra­te­gi­sches Instru­ment zur Risi­ko­min­de­rung für Immo­bi­li­en­ei­gen­tü­mer an. Durch die DGNB-Zer­ti­fi­zie­rung ihrer Logis­tik­im­mo­bi­lien kön­nen die Eigen­tü­mer ihr Enga­ge­ment für Nach­hal­tig­keit demons­trie­ren und ihre Anla­gen an den Zie­len der EU-Taxo­no­mie aus­rich­ten. Die­ser pro­ak­tive Ansatz kann hel­fen, umwelt­be­wusste Mie­ter, Inves­to­ren und Part­ner zu hal­ten und anzu­zie­hen. Die DGNB-Zer­ti­fi­zie­rung kann auch die lang­fris­tige Markt­fä­hig­keit von Immo­bi­lien ver­bes­sern und das Risiko von Stran­ded Assets mini­mie­ren, indem sie diese als nach­hal­tig und an den regu­la­to­ri­schen Anfor­de­run­gen und Markt­trends aus­ge­rich­tet positionieren.

Kom­ple­men­ta­ri­tät von DGNB und EU-Taxonomie

Es ist wich­tig, dar­auf hin­zu­wei­sen, dass die DGNB-Zer­ti­fi­zie­rung und die EU-Taxo­no­mie sich nicht gegen­sei­tig aus­schlie­ßen, son­dern sich viel­mehr ergän­zen. Wäh­rend die EU-Taxo­no­mie einen stan­dar­di­sier­ten Rah­men für die Bewer­tung der öko­lo­gi­schen Nach­hal­tig­keit bie­tet, bie­tet die DGNB-Zer­ti­fi­zie­rung eine ganz­heit­li­chere Bewer­tung, die nicht nur Umwelt­aspekte, son­dern auch wirt­schaft­li­che und soziale Dimen­sio­nen berück­sich­tigt. Daher kann die DGNB-Zer­ti­fi­zie­rung eine umfas­sen­dere Dar­stel­lung der Gesamt­nach­hal­tig­keit von Logis­tik­im­mo­bi­lien lie­fern, was beson­ders für große Immo­bi­li­en­ei­gen­tü­mer wert­voll sein kann, die sich in einem wett­be­werbs­in­ten­si­ven Markt abhe­ben wollen.

Schluss­fol­ge­rung

Zusam­men­fas­send lässt sich sagen, dass die DGNB-Zer­ti­fi­zie­rung auch im Zeit­al­ter der EU-Taxo­no­mie lohnt, ins­be­son­dere für neu zu errich­tende Logis­tik­im­mo­bi­lien. Die EU-Taxo­no­mie-Ver­ord­nung unter­streicht die Dring­lich­keit, wirt­schaft­li­che Akti­vi­tä­ten mit öko­lo­gi­schen Zie­len in Ein­klang zu brin­gen, und erhöht damit die Bedeu­tung von Nach­hal­tig­keits­zer­ti­fi­zie­run­gen. Die DGNB-Zer­ti­fi­zie­rung bie­tet einen gut eta­blier­ten Mecha­nis­mus zur Bewer­tung und Ver­bes­se­rung der Nach­hal­tig­keit von Logis­tik­im­mo­bi­lien und trägt damit den Beden­ken gro­ßer Immo­bi­li­en­ei­gen­tü­mer hin­sicht­lich gestran­de­ter Ver­mö­gens­werte Rech­nung. Durch die DGNB-Zer­ti­fi­zie­rung kön­nen die Eigen­tü­mer pro­ak­tiv die Risi­ken einer Abwer­tung und eines Nach­fra­ge­rück­gangs min­dern und gleich­zei­tig zu einer nach­hal­ti­ge­ren bau­li­chen Umwelt bei­tra­gen. Ange­sichts der sich ent­wi­ckeln­den Vor­schrif­ten und des wach­sen­den Inter­es­ses von Inves­to­ren an nach­hal­ti­gen Finan­zie­run­gen ist die DGNB-Zer­ti­fi­zie­rung eine umsich­tige Inves­ti­tion in die künf­tige Wider­stands­fä­hig­keit und Markt­fä­hig­keit von Logistikimmobilienportfolios.

Autor: Nils Dör­ping­haus, dör­ping­haus divi­sek und partner

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Karte Studiennachdruck

Zwi­schen Deindus­tria­li­sie­rung und Res­ho­ring: Ver­än­derte Stand­ort­mus­ter auf­grund tur­bu­len­ter Zeiten

Zwi­schen Deindus­tria­li­sie­rung und Res­ho­ring
Ver­än­derte Stand­ort­mus­ter auf­grund tur­bu­len­ter Zeiten

Karte

Abbil­dung 1: Euro­pas Res­ho­ring- und Near­sho­ring-Poten­zial auf klein­räu­mi­ger Ebene

Das Jahr 2022 ist für die glo­ba­li­sierte Welt und damit ins­be­son­dere dem Wirt­schafts­stand­ort Deutsch­land ein Jahr der Extreme. Zu Beginn des Jah­res stan­den noch die geris­sene Lie­fer­ket­ten in Fern­ost im Fokus und ein mög­li­ches Re- oder Near­sho­ring-Sze­na­rio von ehe­mals nach Asien aus­ge­la­ger­ten Betrie­ben wurde breit the­ma­ti­siert. Ledig­lich ein hal­bes Jahr spä­ter wird in der Bericht­erstat­tung eine mög­li­che Deindus­tria­li­sie­rung der hei­mi­schen Wirt­schaft auf­grund der gras­sie­ren­den Ener­gie­preis­ent­wick­lung durch den rus­si­schen Angriffs­krieg auf die Ukraine und in der Folge auch auf unsere Ener­gie­ver­sor­gung in Spiel gebracht. Beide Ent­wick­lun­gen sind mög­li­che Sze­na­rien und wer­den weder ganz noch gar nicht Nie­der­schlag in der wei­te­ren Ent­wick­lung fin­den. Im Fol­gen­den wird ledig­lich das Ver­tei­lungs­po­ten­zial für Re- und Near­sho­ring in Deutsch­land und Europa in der einen Spiel­art bei­der Sze­na­rien skizziert.

Es war die Pan­de­mie, die die Fra­gi­li­tät der Ver­sor­gungs­ket­ten zum ers­ten Mal für alle sicht­bar gemacht hat. Doch der rus­si­sche Angriffs­krieg gegen die Ukraine und seine Fol­ge­er­schei­nun­gen sind weit­aus gra­vie­ren­der. Sie ver­schär­fen das Pro­blem der Unter­bre­chung von Lie­fer­ket­ten dra­ma­tisch. Die Lie­fer­ket­ten sind nicht so wider­stands­fä­hig, wie man in einer glo­ba­li­sier­ten Welt ange­nom­men hat. Als wäre dies nicht bereits genug, füh­ren die geo­po­li­ti­schen Span­nun­gen um Tai­wan aber­mals vor Augen, dass die Werk­bank der Welt nicht mehr so sta­bil ist, wie einst ange­nom­men. Letzt­lich muss fest­ge­stellt wer­den, dass die Glo­ba­li­sie­rung, so wie wir sie seit Deka­den ken­nen, sich nicht ein­fach fort­set­zen wird. Sie erfährt eine Neu­aus­rich­tung, die auch Aus­wir­kun­gen auf den Logis­tik­flä­chen­be­darf haben wird.

Ist die Glo­ba­li­sie­rung bereit für einen Neu­an­fang? New­s­ho­ring-Poten­ziale in Europa

Die Pan­de­mie hat eine Debatte dar­über aus­ge­löst, dass Pro­duk­ti­ons­li­nien und Lie­fer­ket­ten ver­kürzt, dif­fe­ren­ziert und ten­den­zi­ell wie­der näher an die Ver­brau­cher in Europa aus­ge­rich­tet wer­den müssen.

Das würde einen Para­dig­men­wech­sel bedeu­ten. Die Pan­de­mie allein wäre nicht Grund genug gewe­sen. Schließ­lich gab es gute Gründe, die Pro­duk­tion nach China oder in andere asia­ti­sche Märkte zu ver­la­gern. Die von der Pan­de­mie gebeu­tel­ten Unter­neh­men hat­ten gehofft, dass sich die Dinge mit­tel­fris­tig nor­ma­li­sie­ren wür­den. Eine Rück­ver­la­ge­rung der Pro­duk­tion und die Inkauf­nahme von Gewinn­ein­bu­ßen erschie­nen unrealistisch.

Doch die in immer kür­ze­ren Abstän­den auf­tre­ten­den und gra­vie­ren­der wer­den­den Kri­sen haben dafür gesorgt, dass die Her­stel­ler ihren Kurs über­den­ken. Auto­no­mie und Sicher­heit haben für sie jetzt eine höhere Prio­ri­tät. In der Pro­duk­tion hat dies zu einem “China-plus-eins”-Ansatz geführt. Dabei wird ein chi­ne­si­scher Pro­duk­ti­ons­stand­ort durch einen oder meh­rere alter­na­tive Stand­orte ergänzt. Diese kön­nen in ande­ren asia­ti­schen Län­dern wie Malay­sia oder Viet­nam ange­sie­delt sein. Der “plus-eins”-Standort könnte aber auch in Europa lie­gen. Auch wenn es noch Ein­zel­fälle sind, die Zahl der Bei­spiele nimmt zu. Die Art der Ver­la­ge­rung oder Auf­bau an zusätz­li­chen Logis­tik­flä­chen kann vari­ie­ren und wer­den unter dem Sam­mel­be­griff „New­s­ho­ring“ sub­su­miert. Dar­un­ter fallen:

  • Re-/Ne­ar­sho­ring: Die Ver­kür­zung der Lie­fer­ket­ten kann sich in einer erhöh­ten Nach­frage nach Indus­trie­flä­chen und auf­grund vor- und nach­ge­la­ger­ter Pro­zesse auch nach Logis­tik­flä­chen nie­der­schla­gen. Teil­weise ist auch mit einer zusätz­li­chen Nach­frage in den Kern­märk­ten der klas­si­schen “Blue Banana”-Industrieregionen wie Deutsch­land, Frank­reich und Groß­bri­tan­nien zu rech­nen. Also Län­der, die frü­her vor allem aus­ge­la­gert haben und nun die Pro­duk­tion zurück­ho­len (Re-Sho­ring). Auf­grund der hohen Preis­struk­tu­ren (Löhne, Ener­gie) in die­sen Län­dern sowie ande­rer Facet­ten wird eine Rück­ver­la­ge­rung in güns­ti­gere Märkte, vor allem in Ost­eu­ropa, aber auch in Nach­bar­län­der (z. B. Tür­kei) eben­falls eine häu­fige Option sein (Near­sho­ring).
  • Lager­be­darf in der Pro­duk­tion (Just-in-case-Lager­hal­tung): Bis vor kur­zem galt vor allem in der Auto­mo­bil­in­dus­trie die Maxime der Just-in-time-Pro­duk­tion und der Redu­zie­rung der Lager­hal­tung auf das abso­lute Mini­mum. Das hat sich in der Pan­de­mie, aber auch im Ukraine-Krieg gerächt. Jetzt ste­hen die Pro­duk­ti­ons­bän­der immer öfter still. Damit sich das nicht wie­der­holt, den­ken immer mehr Unter­neh­men um und bauen red­un­dante Lie­fer­ket­ten auf. Auch die Reak­ti­vie­rung der Lager­hal­tung steht auf der Tages­ord­nung. Denn Pro­duk­ti­ons­still­stand ist kos­ten­in­ten­si­ver als Lagerhaltung.
  • Kon­sum und Bevöl­ke­rungs­an­ge­bot: Leere Regale in Super­märk­ten waren für die meis­ten Men­schen in West­eu­ropa ein Novum. Der Brexit und vor allem die Pan­de­mie haben die Sys­tem­re­le­vanz der Logis­tik deut­lich gemacht. Dazu gehört eine erhöhte Lager­hal­tung. Dies gilt jedoch nicht nur für die kon­sum­ori­en­tierte Ver­sor­gung der Bevöl­ke­rung, son­dern auch für die Kata­stro­phen­vor­sorge. Stra­te­gi­sche Vor­räte an Medi­ka­men­ten, Lebens­mit­teln und ver­gleich­ba­ren Gütern waren schnell auf­ge­braucht, wenn sie über­haupt noch vor­han­den waren. Hier gilt es gegen­zu­steu­ern und stra­te­gi­sche Reser­ven zu bil­den. Hier­für wer­den Lager­flä­chen benötigt.
  • E‑Commerce: Die Pan­de­mie hat sich als Boos­ter für das ver­än­derte Kon­sum­ver­hal­ten ent­wi­ckelt und das Bestell­vo­lu­men im Inter­net enorm gestei­gert. Hier­für wur­den mas­sive Logis­tik­flä­chen benö­tigt und auch neu geschaf­fen. Kurz vor Aus­bruch des Ukraine-Krie­ges stand die Bevöl­ke­rung kurz davor, die wäh­rend der Pan­de­mie auf­ge­stau­ten Kon­sum­aus­ga­ben zu täti­gen. Die hohe Infla­tion und die unsi­che­ren Aus­sich­ten in Kriegs­zei­ten führ­ten jedoch zu einer Ver­lang­sa­mung der Kon­sum­aus­ga­ben, so dass der­zeit in eini­gen Berei­chen Über­ka­pa­zi­tä­ten zu spü­ren sind. Doch dies ist nur eine Moment­auf­nahme. Im Grunde ist die Sät­ti­gungs­grenze im E‑Commerce noch nicht erreicht. Es gibt noch eine Menge zusätz­li­cher Nachfrage.

Wie geht es nun weiter?

Die der­zei­tige Situa­tion ist eher durch eine abwar­tende Hal­tung gekenn­zeich­net. Es gibt jedoch Anzei­chen dafür, dass aus den genann­ten Grün­den mit­tel­fris­tig mit einer zusätz­li­chen Nach­frage nach Indus­trie- und Logis­tik­flä­chen in Europa zu rech­nen ist. Wie hoch diese Nach­frage sein wird, lässt sich der­zeit kaum valide abschät­zen. Auch sind die stei­gen­den Ener­gie­kos­ten, die geringe Arbeits­kräf­te­ver­füg­bar­keit und die hohen Lohn­kos­ten­ni­veaus gra­vie­rende Aspekte, die die zag­haf­ten Ansätze noch in Frage stel­len könn­ten. Sofern die Aspekte jedoch wei­ter vor­an­schrei­ten, lässt sich model­lie­ren, wo das Poten­zial ver­gleichs­weise hoch oder eher nied­rig ist. Die fol­gende Kar­ten geben Auf­schluss darüber.

Autor: Tobias Kass­ner, Lei­ter Rese­arch und Mit­glied der Geschäfts­lei­tung bei GARBE Indus­trial Real Estate GmbH

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Zehnköpfige Experten-Jury Logix Award

Logix Award: Jury nomi­niert fünf Finalisten

Logix Award: Jury nomi­niert fünf Finalisten

Zehnköpfige Experten-Jury Logix Award

  • Zehn­köp­fige Exper­ten-Jury bewer­tete 14 Logis­tik­im­mo­bi­li­en­pro­jekte der letz­ten zwei Jahre
  • Bewer­ber über­zeu­gen mit durch­weg hohem Niveau und unter­schied­li­chen Konzepten 
  • Bekannt­gabe des bzw. der Sie­ger erfolgt am 4. Okto­ber 2023 auf der Expo Real in München

Der Logix Award ist die Aus­zeich­nung für her­aus­ra­gende Logis­tik­im­mo­bi­li­en­pro­jekte in Deutsch­land. Er wird von der Initia­tive Logis­tik­im­mo­bi­lien (Logix) alle zwei Jahre ver­ge­ben. Im aktu­el­len Wett­be­werb hat­ten Logis­tik­im­mo­bi­lien-Ent­wick­ler, Nut­zer bzw. Inves­to­ren ins­ge­samt 25 Pro­jekte ein­ge­reicht – so viele wie noch nie. Anhand eines detail­lier­ten Bewer­tungs- und Kri­te­ri­en­ka­ta­logs wur­den dar­aus ins­ge­samt 14 Immo­bi­lien iden­ti­fi­ziert, die der Jury zur Ent­schei­dung vor­la­gen. Bei der Aus­wahl spiel­ten vor allem Aspekte wie Inno­va­tion und Nach­hal­tig­keit eine wesent­li­che Rolle.

Die unab­hän­gige Jury tagte am 11. Juli 2023 in Würz­burg unter der Lei­tung von Prof. Dr. Chris­tian Kille, Pro­fes­sor für Han­dels­lo­gis­tik an der Tech­ni­schen Hoch­schule Würz­burg-Schwein­furt (THWS). Sie nomi­nierte nach ein­ge­hen­der Bera­tung und inten­si­ver Dis­kus­sion fol­gende fünf Pro­jekte als Aspi­ran­ten für den Logix Award 2023 (Lis­tung in alpha­be­ti­scher Reihenfolge):

  • Bay­tree Deutsch­land GmbH, C3 Logis­tik­zen­trum für BLG Logi­stics Group, Bre­men: Bei dem Pro­jekt mit knapp 90.000 qm Logis­tik­flä­che ste­chen die ESG-Eigen­schaf­ten her­aus, wie etwa kli­ma­po­si­ti­ves Gebäude, Pho­to­vol­taik-Anlage mit 9,3 MW Leis­tung und geplan­ter Ein­spei­sung ins kom­mu­nale Netz, 7.900 qm WELL-Area, Moni­to­ring und Redu­zie­rung des Ener­gie­ver­brauchs im Betrieb u.v.m.
  • Four Parx GmbH, MACH2 Logis­tik­zen­trum für Nut­zer wie Air­bus, Bechtle, Pic­nic und JYSK, Ham­burg: MACH2 besticht als inno­va­tive Logis­tik­im­mo­bi­lie mit gleich­wer­tig nutz­ba­rer zwei­stö­cki­ger Bau­weise (als erste die­ser Art in Deutsch­land) und der Schaf­fung von ins­ge­samt 102.000 qm logis­ti­scher Nutz­flä­che im logis­ti­schen Hot­spot Ham­burg. Hier ragen zudem die tech­nisch inno­va­tive und anspruchs­volle Umset­zung, die auf­wän­dige Brown­field-Sanie­rung, die nach­hal­tige Bau­weise sowie das intel­li­gente Ener­gie­kon­zept im Betrieb (zum Bei­spiel durch Smart Meter­ing) heraus.
  • Immo­gate AG, Group7 Logis­tik­cen­ter Ham­burg, mit dem Eigen­nut­zer und Logis­tik­dienst­leis­ter Group7, Ham­burg: Bei die­sem Pro­jekt des vor­ma­li­gen Logix Award-Gewin­ners Immo­gate mit rund 28.000 qm logis­ti­scher Nutz­flä­che ragen Nach­hal­tig­keits­aspekte her­vor. Dazu zäh­len ins­be­son­dere die spe­zi­elle Bau­weise und Däm­mung des Gebäu­des, die zu einer jähr­li­chen Ener­gie­ein­spa­rung von rund 850.000 kWh Ener­gie im Ver­gleich zu einem Refe­renz­ge­bäude füh­ren, die Ver­wen­dung von recy­cel­tem Mate­rial für die Boden­auf­be­rei­tung, rund 3.500 qm Grün­flä­che auf dem Dach für die För­de­rung von Bio­di­ver­si­tät, die Schaf­fung von Brut­ha­bi­ta­ten u.v.m.
  • Pan­at­toni Ger­many Pro­per­ties GmbH, Pan­at­toni Park Würz­burg Ost, mit den Nut­zern s.Oliver und Dach­ser, Det­tel­bach: Beein­dru­ckend für die Jury waren hier ins­be­son­dere die auf­wän­dige Brown­field-Sanie­rung auf dem Gelände eines ehe­ma­li­gen Asbest­ze­ment­werks. Sie ermög­lichte die Schaf­fung von ins­ge­samt rund 90.000 qm Logis­tik­flä­che, auf denen für rund 500 Men­schen Arbeits­plätze ent­stan­den. Auch der Pan­at­toni Park Würz­burg Ost zeich­net sich durch einen hohen ESG-Stan­dard mit Dach­be­grün­dun­gen, Pho­to­vol­taik-Anla­gen und öko­lo­gisch ange­leg­ten Außen­flä­chen und begrünte Well-Being-Areas für die Mit­ar­bei­ten­den aus.
  • Swiss Life Asset Mana­gers Logi­stics GmbH, Logis­tik­zen­trum Duis­burg Nord I, mit dem Nut­zer Rhenus, Wesel: Diese Immo­bi­lie mit einer logis­ti­schen Nutz­flä­che von rund 82.000 qm und rund 400 neuen Arbeits­plät­zen zeich­net sich beson­ders aus durch den Ein­satz zahl­rei­cher inno­va­ti­ver Tech­no­lo­gien, um einen von fos­si­len Brenn­stof­fen unab­hän­gi­gen Betrieb zu gewähr­leis­ten. Dazu zäh­len ins­be­son­dere Geo­ther­mie und Wär­me­pum­pen, eine eigene kleine Wind­kraft­an­lage sowie der Ein­satz von Ener­gie­puf­fer­spei­chern, eine ther­mi­sche Gebäu­de­si­mu­la­tion mit rea­len Umge­bungs­va­ria­blen zur exak­ten Dimen­sio­nie­rung der Anlagen­tech­nik u.v.m. Zudem wurde viel Wert auf Well-Being-Aspekte gelegt, wie den  Ein­satz von gro­ßen Glas­flä­chen, Holz, eine hoch­wer­tige Aus­stat­tung der Büros und Sozi­al­be­rei­che, die Ein­rich­tung von zehn Umklei­den mit eige­ner Dusche und WC, sowie die Gestal­tung der Außen­flä­chen als Erho­lungs­raum für die Belegschaft.

„Die Jury hat sich in die­sem Jahr mit einer beson­de­ren Her­aus­for­de­rung kon­fron­tiert gese­hen. Die 14 Pro­jekte sind nahezu alle in ver­schie­de­nen Aspek­ten ‚preis­wür­dig‘. Den­noch hat sich letzt­lich der Fokus auf diese fünf Pro­jekte gerich­tet. Nach inten­si­ven Dis­kus­sio­nen ließ sich ein kla­rer Sie­ger her­aus­stel­len,“ berich­tet Prof. Kille von der Arbeit der Jury. Der Jury gehö­ren neben dem Vor­sit­zen­den an: Dr. Claus-Peter Amber­ger, LOXXESS AG; Peter Dietz, Immo­bi­lien Zei­tung; Tim-Oli­ver Fri­sche, DVV Media; Alex­an­der Hand­schuh, Deut­scher Städte- und Gemein­de­bund; Mark Klau­sen, Kühne + Nagel; Doreen Kru­schina, Pla­nung und Bau­ma­nage­ment; Wolf­gang Küh­ling, Archi­tek­tur­büro Küh­ling; Mat­thias Pier­in­ger, Huss Ver­lag; Uwe Veres-Homm, Fraun­ho­fer SCS.

„Wir sind der Jury für ihre pro­fes­sio­nelle und gewis­sen­hafte Prü­fung und Dis­kus­sion der ein­ge­reich­ten Pro­jekte sehr dank­bar. Die Bewer­ber haben hohen Auf­wand betrie­ben, um ihre Immo­bi­li­en­kon­zepte im Detail dar­zu­stel­len. Nun dür­fen wir alle gespannt sein, wer letzt­end­lich das Ren­nen um den Logix Award 2023 gemacht hat,“ betont Dr. Malte-Maria Mün­chow, Spre­cher der Logix Initia­tive sowie Lei­ter An- und Ver­kauf Spe­zi­al­im­mo­bi­lien, Deka Immo­bi­lien Invest­ment GmbH. „Auf der Expo Real am 4. Okto­ber 2023 wird das Geheim­nis gelüftet.“

Der Logix Award wird in die­sem Jahr bereits zum sechs­ten Mal ver­ge­ben. Aus­ge­zeich­net wer­den Logis­tik­im­mo­bi­lien, die in hohem Maß den Ansprü­chen von Nut­zern und Inves­to­ren gerecht wer­den sowie unter öko­lo­gi­schen, sozia­len, öko­no­mi­schen und städ­te­bau­li­chen Aspek­ten her­aus­ra­gen. Die Ver­lei­hung erfolgt im zwei­jäh­ri­gen Tur­nus auf der Gewer­be­im­mo­bi­li­en­messe Expo Real in München.

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Jury-Sitzung Logix 2023

Bewer­ber­re­kord: Nach­hal­tig­keit und Inno­va­tion bestim­men Logix Award 2023

Bewer­ber­re­kord:

Nach­hal­tig­keit und Inno­va­tion bestim­men Logix Award 2023

Jury-Sitzung Logix 2023

Bis zum 30. April 2023 konn­ten Pro­jekt­ent­wick­ler, Nut­zer oder Inves­to­ren ihre Bewer­bung mit beglei­ten­den Doku­men­ten wie Lage­plan, Grund­riss, Bau­be­schrei­bung sowie eine Begrün­dung für die beson­dere Preis­wür­dig­keit des Pro­jekts ein­rei­chen. Aus allen ein­ge­reich­ten Bewer­bun­gen um den Logix Award 2023 wurde nach ein­ge­hen­der Sich­tung und Prü­fung anhand eines fest­ste­hen­den Kri­te­ri­en­ka­ta­logs unter Ein­be­zug erwäh­nens­wer­ter Beson­der­hei­ten des jewei­li­gen Pro­jekts eine engere Aus­wahl für die finale Runde gebil­det. Ins­ge­samt vier­zehn Pro­jekte haben es in die 2. Runde geschafft. Diese Bewer­bun­gen konn­ten von den Unter­neh­men bis Anfang Juli um wei­tere Fak­ten und aktu­elle Infor­ma­tio­nen ergänzt werden.

Die end­gül­tige Ent­schei­dung, wel­ches der Pro­jekte als Sie­ger des Wett­be­werbs um den Logix Award 2023 her­vor­geht, fällt schließ­lich eine unab­hän­gige Jury unter dem Vor­sitz von Prof. Dr. Chris­tian Kille, Tech­ni­sche Hoch­schule Würz­burg-Schwein­furt THWS. Um ein mög­lichst aus­ge­wo­ge­nes Urteil zu errei­chen, ist die Jury mit Exper­ten aus ver­schie­de­nen Berufs­fel­dern besetzt: Archi­tek­ten, Bau­pla­ner, Wis­sen­schaft­ler, Logis­tik­im­mo­bi­li­en­nut­zer und Eigen­ent­wick­ler sowie Ver­tre­ter von Immo­bi­lien- und Logis­tik­me­dien gehö­ren dem Gre­mium an.

Die Jury-Mit­glie­der sind: Dr. Claus-Peter Amber­ger, Vor­stand des Logis­tik­dienst­leis­ters LOXXESS AG, Peter Dietz, Immo­bi­lien Zei­tung; Tim-Oli­ver Fri­sche, DVV Media; Alex­an­der Hand­schuh, Deut­scher Städte- und Gemein­de­bund; Mark Klau­sen, Kühne + Nagel; Doreen Kru­schina, Pla­nung und Bau­ma­nage­ment; Wolf­gang Küh­ling, Archi­tek­tur­büro Küh­ling; Mat­thias Pier­in­ger, Huss Ver­lag; Uwe Veres-Homm, Fraun­ho­fer SCS. Die Jury wird Mitte Juli 2023 in Würz­burg tagen. Die Preis­ver­lei­hung fin­det im fei­er­li­chen Rah­men am 4. Okto­ber 2023 auf der Expo Real in Mün­chen statt.

„Wir freuen uns über die Rekord­be­tei­li­gung an Bewer­bun­gen. Die zahl­rei­chen anspruchs­vol­len und inno­va­ti­ven Pro­jekte demons­trie­ren ein­drucks­voll das Com­mitt­ment, mit dem sich die Bran­che den aktu­el­len Her­aus­for­de­run­gen in Sachen Nach­hal­tig­keit stellt. Das Niveau ist so hoch wie nie zuvor. Das Bewer­ber­feld liegt eng zusam­men. Am Ende wird es dar­auf ankom­men, wie die Jury die ein­zel­nen Merk­male wer­ten und gewich­ten wird,“ sagt Dr. Malte-Maria Mün­chow, Spre­cher der Logix Initia­tive sowie Lei­ter An- und Ver­kauf Spe­zi­al­im­mo­bi­lien, Deka Immo­bi­lien Invest­ment GmbH.

Der Logix Award wird 2023 zum ins­ge­samt sechs­ten Mal ver­ge­ben. Aus­ge­zeich­net wer­den Logis­tik­im­mo­bi­lien mit Fer­tig­stel­lung von Sep­tem­ber 2021 bis August 2023.

Alle Infos rund um das Bewer­bungs­ver­fah­ren ste­hen unter https://www.logix-award.de/award/wettbewerb/ zur Verfügung.

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Karte Studiennachdruck

Trend­ra­dar Unter­bro­chene Lieferketten

Zwi­schen Deindus­tria­li­sie­rung und Reshoring
Ver­än­derte Stand­ort­mus­ter auf­grund tur­bu­len­ter Zeiten

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Das Jahr 2022 ist für die glo­ba­li­sierte Welt und damit ins­be­son­dere dem Wirt­schafts­stand­ort Deutsch­land ein Jahr der Extreme. Zu Beginn des Jah­res stan­den noch die geris­sene Lie­fer­ket­ten in Fern­ost im Fokus und ein mög­li­ches Re- oder Near­sho­ring-Sze­na­rio von ehe­mals nach Asien aus­ge­la­ger­ten Betrie­ben wurde breit the­ma­ti­siert. Ledig­lich ein hal­bes Jahr spä­ter wird in der Bericht­erstat­tung eine mög­li­che Deindus­tria­li­sie­rung der hei­mi­schen Wirt­schaft auf­grund der gras­sie­ren­den Ener­gie­preis­ent­wick­lung durch den rus­si­schen Angriffs­krieg auf die Ukraine und in der Folge auch auf unsere Ener­gie­ver­sor­gung in Spiel gebracht. Beide Ent­wick­lun­gen sind mög­li­che Sze­na­rien und wer­den weder ganz noch gar nicht Nie­der­schlag in der wei­te­ren Ent­wick­lung fin­den. Im Fol­gen­den wird ledig­lich das Ver­tei­lungs­po­ten­zial für Re- und Near­sho­ring in Deutsch­land und Europa in der einen Spiel­art bei­der Sze­na­rien skizziert.

Es war die Pan­de­mie, die die Fra­gi­li­tät der Ver­sor­gungs­ket­ten zum ers­ten Mal für alle sicht­bar gemacht hat. Doch der rus­si­sche Angriffs­krieg gegen die Ukraine und seine Fol­ge­er­schei­nun­gen sind weit­aus gra­vie­ren­der. Sie ver­schär­fen das Pro­blem der Unter­bre­chung von Lie­fer­ket­ten dra­ma­tisch. Die Lie­fer­ket­ten sind nicht so wider­stands­fä­hig, wie man in einer glo­ba­li­sier­ten Welt ange­nom­men hat. Als wäre dies nicht bereits genug, füh­ren die geo­po­li­ti­schen Span­nun­gen um Tai­wan aber­mals vor Augen, dass die Werk­bank der Welt nicht mehr so sta­bil ist, wie einst ange­nom­men. Letzt­lich muss fest­ge­stellt wer­den, dass die Glo­ba­li­sie­rung, so wie wir sie seit Deka­den ken­nen, sich nicht ein­fach fort­set­zen wird. Sie erfährt eine Neu­aus­rich­tung, die auch Aus­wir­kun­gen auf den Logis­tik­flä­chen­be­darf haben wird.

Ist die Glo­ba­li­sie­rung bereit für einen Neu­an­fang? New­s­ho­ring-Poten­ziale in Europa

Die Pan­de­mie hat eine Debatte dar­über aus­ge­löst, dass Pro­duk­ti­ons­li­nien und Lie­fer­ket­ten ver­kürzt, dif­fe­ren­ziert und ten­den­zi­ell wie­der näher an die Ver­brau­cher in Europa aus­ge­rich­tet wer­den müssen.

Das würde einen Para­dig­men­wech­sel bedeu­ten. Die Pan­de­mie allein wäre nicht Grund genug gewe­sen. Schließ­lich gab es gute Gründe, die Pro­duk­tion nach China oder in andere asia­ti­sche Märkte zu ver­la­gern. Die von der Pan­de­mie gebeu­tel­ten Unter­neh­men hat­ten gehofft, dass sich die Dinge mit­tel­fris­tig nor­ma­li­sie­ren wür­den. Eine Rück­ver­la­ge­rung der Pro­duk­tion und die Inkauf­nahme von Gewinn­ein­bu­ßen erschie­nen unrealistisch.

Doch die in immer kür­ze­ren Abstän­den auf­tre­ten­den und gra­vie­ren­der wer­den­den Kri­sen haben dafür gesorgt, dass die Her­stel­ler ihren Kurs über­den­ken. Auto­no­mie und Sicher­heit haben für sie jetzt eine höhere Prio­ri­tät. In der Pro­duk­tion hat dies zu einem “China-plus-eins”-Ansatz geführt. Dabei wird ein chi­ne­si­scher Pro­duk­ti­ons­stand­ort durch einen oder meh­rere alter­na­tive Stand­orte ergänzt. Diese kön­nen in ande­ren asia­ti­schen Län­dern wie Malay­sia oder Viet­nam ange­sie­delt sein. Der “plus-eins”-Standort könnte aber auch in Europa lie­gen. Auch wenn es noch Ein­zel­fälle sind, die Zahl der Bei­spiele nimmt zu. Die Art der Ver­la­ge­rung oder Auf­bau an zusätz­li­chen Logis­tik­flä­chen kann vari­ie­ren und wer­den unter dem Sam­mel­be­griff „New­s­ho­ring“ sub­su­miert. Dar­un­ter fallen:

  • Re-/Ne­ar­sho­ring: Die Ver­kür­zung der Lie­fer­ket­ten kann sich in einer erhöh­ten Nach­frage nach Indus­trie­flä­chen und auf­grund vor- und nach­ge­la­ger­ter Pro­zesse auch nach Logis­tik­flä­chen nie­der­schla­gen. Teil­weise ist auch mit einer zusätz­li­chen Nach­frage in den Kern­märk­ten der klas­si­schen “Blue Banana”-Industrieregionen wie Deutsch­land, Frank­reich und Groß­bri­tan­nien zu rech­nen. Also Län­der, die frü­her vor allem aus­ge­la­gert haben und nun die Pro­duk­tion zurück­ho­len (Re-Sho­ring). Auf­grund der hohen Preis­struk­tu­ren (Löhne, Ener­gie) in die­sen Län­dern sowie ande­rer Facet­ten wird eine Rück­ver­la­ge­rung in güns­ti­gere Märkte, vor allem in Ost­eu­ropa, aber auch in Nach­bar­län­der (z. B. Tür­kei) eben­falls eine häu­fige Option sein (Near­sho­ring).
  • Lager­be­darf in der Pro­duk­tion (Just-in-case-Lager­hal­tung): Bis vor kur­zem galt vor allem in der Auto­mo­bil­in­dus­trie die Maxime der Just-in-time-Pro­duk­tion und der Redu­zie­rung der Lager­hal­tung auf das abso­lute Mini­mum. Das hat sich in der Pan­de­mie, aber auch im Ukraine-Krieg gerächt. Jetzt ste­hen die Pro­duk­ti­ons­bän­der immer öfter still. Damit sich das nicht wie­der­holt, den­ken immer mehr Unter­neh­men um und bauen red­un­dante Lie­fer­ket­ten auf. Auch die Reak­ti­vie­rung der Lager­hal­tung steht auf der Tages­ord­nung. Denn Pro­duk­ti­ons­still­stand ist kos­ten­in­ten­si­ver als Lagerhaltung.
  • Kon­sum und Bevöl­ke­rungs­an­ge­bot: Leere Regale in Super­märk­ten waren für die meis­ten Men­schen in West­eu­ropa ein Novum. Der Brexit und vor allem die Pan­de­mie haben die Sys­tem­re­le­vanz der Logis­tik deut­lich gemacht. Dazu gehört eine erhöhte Lager­hal­tung. Dies gilt jedoch nicht nur für die kon­sum­ori­en­tierte Ver­sor­gung der Bevöl­ke­rung, son­dern auch für die Kata­stro­phen­vor­sorge. Stra­te­gi­sche Vor­räte an Medi­ka­men­ten, Lebens­mit­teln und ver­gleich­ba­ren Gütern waren schnell auf­ge­braucht, wenn sie über­haupt noch vor­han­den waren. Hier gilt es gegen­zu­steu­ern und stra­te­gi­sche Reser­ven zu bil­den. Hier­für wer­den Lager­flä­chen benötigt.
  • E‑Commerce: Die Pan­de­mie hat sich als Boos­ter für das ver­än­derte Kon­sum­ver­hal­ten ent­wi­ckelt und das Bestell­vo­lu­men im Inter­net enorm gestei­gert. Hier­für wur­den mas­sive Logis­tik­flä­chen benö­tigt und auch neu geschaf­fen. Kurz vor Aus­bruch des Ukraine-Krie­ges stand die Bevöl­ke­rung kurz davor, die wäh­rend der Pan­de­mie auf­ge­stau­ten Kon­sum­aus­ga­ben zu täti­gen. Die hohe Infla­tion und die unsi­che­ren Aus­sich­ten in Kriegs­zei­ten führ­ten jedoch zu einer Ver­lang­sa­mung der Kon­sum­aus­ga­ben, so dass der­zeit in eini­gen Berei­chen Über­ka­pa­zi­tä­ten zu spü­ren sind. Doch dies ist nur eine Moment­auf­nahme. Im Grunde ist die Sät­ti­gungs­grenze im E‑Commerce noch nicht erreicht. Es gibt noch eine Menge zusätz­li­cher Nachfrage.

Wie geht es nun weiter?

Die der­zei­tige Situa­tion ist eher durch eine abwar­tende Hal­tung gekenn­zeich­net. Es gibt jedoch Anzei­chen dafür, dass aus den genann­ten Grün­den mit­tel­fris­tig mit einer zusätz­li­chen Nach­frage nach Indus­trie- und Logis­tik­flä­chen in Europa zu rech­nen ist. Wie hoch diese Nach­frage sein wird, lässt sich der­zeit kaum valide abschät­zen. Auch sind die stei­gen­den Ener­gie­kos­ten, die geringe Arbeits­kräf­te­ver­füg­bar­keit und die hohen Lohn­kos­ten­ni­veaus gra­vie­rende Aspekte, die die zag­haf­ten Ansätze noch in Frage stel­len könn­ten. Sofern die Aspekte jedoch wei­ter vor­an­schrei­ten, lässt sich model­lie­ren, wo das Poten­zial ver­gleichs­weise hoch oder eher nied­rig ist. Die fol­gende Kar­ten geben Auf­schluss darüber.

Autor: Tobias Kass­ner, Lei­ter Rese­arch und Mit­glied der Geschäfts­lei­tung bei GARBE Indus­trial Real Estate GmbH

Karte

Abbil­dung 1: Euro­pas Res­ho­ring- und Near­sho­ring-Poten­zial auf klein­räu­mi­ger Ebene

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Andreas Brockhau

Logix Initia­tive ver­stärkt Vor­stand um Andreas Brockhaus

Logix Initia­tive ver­stärkt Vorstand

Andreas Brockhau

Die Initia­tive Logis­tik­im­mo­bi­lien (Logix) ver­stärkt ihren Vor­stand um Andreas Brock­haus, Geschäfts­füh­rer der LIST Bau Hol­ding und begrüßt zugleich mit LIST Bau ein wei­te­res Mitgliedsunternehmen.

„Bei der Logix-Initia­tive set­zen sich die Betei­lig­ten mit den wich­ti­gen Fra­gen der Zukunft der Logis­tik­im­mo­bi­lien aus­ein­an­der: Wohin soll sich die Bran­che ent­wi­ckeln und wel­che Ent­wick­lun­gen der Gesell­schaft, des Han­dels und der Umwelt muss sie dabei beach­ten?“, sagt Andreas Brock­haus. „Wir als Unter­neh­mens­gruppe sind bereits sehr tief in die Details ein­ge­taucht und haben dar­aus kon­krete Lösun­gen für nach­hal­tige Logis­tik­im­mo­bi­lien ent­wi­ckelt. Wir freuen uns, dass wir die­sen Tief­gang bei Logix wie­der­fin­den und damit für die Bran­che eine gute Basis für zukunfts­fä­hige Ent­schei­dun­gen schaf­fen können.“

Durch die Betei­li­gung von LIST Bau und ins­be­son­dere durch die aktive Mit­ge­stal­tung des neuen Vor­stands­mit­glieds Andreas Brock­haus wächst die Kom­pe­tenz im Hause Logix wei­ter an. Als Bau- und Wirt­schafts­in­ge­nieur mit 25 Jah­ren Erfah­rung im Schlüs­sel­fer­tig­bau, war er in den letz­ten zehn Jah­ren als geschäfts­füh­ren­der Gesell­schaf­ter in ver­schie­de­nen Gene­ral­un­ter­neh­men der LIST Gruppe tätig. Seit 2022 lei­tet er als geschäfts­füh­ren­der Gesell­schaf­ter der LIST Bau Hol­ding das gesamte Gene­ral­un­ter­neh­mer-Geschäft der LIST Gruppe. Brock­haus setzt sich für BIM-basierte (Buil­ding Infor­ma­tion Mode­ling) und digi­tale Metho­den sowie nach­hal­tige Alter­na­ti­ven ein.

„Wir freuen uns dar­auf, unser Pra­xis­wis­sen künf­tig gemein­sam mit unse­ren Pla­nungs-Exper­ten von LIST Inge­nieure und unse­ren Nach­hal­tig­keits-Exper­ten von LIST Eco aktiv mit ein­zu­brin­gen und mit­zu­ge­stal­ten“, ergänzt Andreas Brock­haus. „Die digi­ta­len Pla­nungs­me­tho­den unse­rer Inge­nieure sowie unser Know-How in der Ent­wick­lung und Rea­li­sie­rung nach­hal­ti­ger Lösun­gen bie­ten ideale Vor­aus­set­zun­gen, um auf den aktu­el­len Para­dig­men­wech­sel klug zu reagieren.“

Was die Bran­che braucht, sind Standards.

Die Logix Initia­tive plant aktu­ell die Ver­öf­fent­li­chung eines ESG-Kri­te­ri­en­ka­ta­logs für die Logis­tik­im­mo­bi­li­en­bran­che, der die wesent­li­chen Maß­nah­men kon­kre­ti­sie­ren und mess­bar machen soll. Denn vor allem in Hin­blick auf Nach­hal­tig­keits­kri­te­rien beim Neu­bau und bei der Revi­ta­li­sie­rung von Logis­tik­im­mo­bi­lien fehle es wei­ter­hin an all­ge­mein­gül­ti­gen Stan­dards. Als Zusam­men­schluss nam­haf­ter Ent­wick­ler, Inves­to­ren, Nut­zer und Bau­un­ter­neh­mer bringt die Initia­tive Logis­tik­im­mo­bi­lien die Vor­aus­set­zun­gen dafür mit.

Den Rah­men für den geplan­ten Kri­te­ri­en­ka­ta­log bil­den zunächst vier geplante Ganz­ta­ges-Work­shops unter der Lei­tung von Vor­stands­mit­glied Fran­cisco Bähr, Four Parx Hol­ding GmbH. Vor allem in der Initial­phase legte Logix bei sei­nem ESG-Pro­jekt gro­ßen Wert auf einen offe­nen Umgang mit unbe­ant­wor­te­ten Fra­ge­stel­lun­gen. So wur­den in einem ers­ten Schritt zunächst Kri­te­rien gesich­tet und mit Prio­ri­tä­ten ver­se­hen, die ihrem jewei­li­gen Impact auf die Nach­hal­tig­keit (Envi­ron­men­tal, Social and Gover­nance) ent­spre­chen. Diese wer­den dann mit dem damit ver­bun­de­nen Kos­ten­auf­wand am Bei­spiel einer 10.000m² gro­ßen Logis­tik­im­mo­bi­lie bewertet.

Zu den betei­lig­ten Unter­neh­men des ESG-Pro­jek­tes gehö­ren ebenso Bay­ernLB, Deka Immo­bi­lien, DFI Real Estate, FOUR PARX Group, Frasers Pro­perty Indus­trial, GARBE Indus­trial Real Estate GmbH, GOLDBECK, Pan­at­toni, phase5, Kru­schina Pla­nung und Bau­ma­nage­ment, Rhenus Logi­stics, LIST Eco sowie WISAG. Die Mode­ra­tion und Aus­wer­tung der Sit­zun­gen über­nimmt das Markt­for­schungs­in­sti­tut Lünen­donk & Hos­sen­fel­der. Die Ergeb­nisse wer­den im Okto­ber auf der EXPO REAL vorgestellt.

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Neue Logix-Publi­ka­tion „Logis­tik auf der letz­ten Meile – Hand­lungs­leit­fa­den für Kommunen“

Neue Logix-Publi­ka­tion:
„Logis­tik auf der letz­ten Meile – Hand­lungs­leit­fa­den für Kommunen“

13. Februar 2023

7. Logix Publikation: Logistik auf der letzten Meile – Handlungsleitfaden für Kommunen

Bereits heute leben 75 bis 80 Pro­zent der Men­schen in Deutsch­land in Städ­ten. Hier­mit ver­bun­den sind stei­gende Ansprü­che an die Logis­tik­in­fra­struk­tur zur Ver­sor­gung der Kom­mu­nen und Regio­nen. Bereits 2021 hatte die Initia­tive Logis­tik­im­mo­bi­lien (Logix) mit einer ers­ten Publi­ka­tion zum Thema „City­lo­gis­tik“ einen Über­blick über aktu­elle Immo­bi­li­en­kon­zepte gege­ben sowie Lösungs­an­sätze für die Logis­tik auf der letz­ten Meile vor­ge­stellt. Als Ergän­zung und Fort­set­zung die­ses Ban­des ver­öf­fent­licht Logix nun einen prak­ti­schen Hand­lungs­leit­fa­den für Kom­mu­nen, der kon­krete Umset­zungs­vor­schläge aufzeigt.

Mit ihrer ins­ge­samt 7. Ver­öf­fent­li­chung hat die Initia­tive Logis­tik­im­mo­bi­lien (Logix) einen prak­ti­schen Hand­lungs­leit­fa­den für die Rea­li­sa­tion städ­te­bau­li­cher Pla­nung und Gestal­tung der Logis­tik­in­fra­struk­tur ver­öf­fent­licht. Neu­ein­stei­ger sowie Leser der vor­her­ge­gan­ge­nen 6. Logix-Publi­ka­tion erhal­ten eine umset­zungs­be­zo­gene Dar­stel­lung, mit der sich ins­be­son­dere kom­mu­nale Ent­schei­dungs­trä­ger der The­ma­tik prag­ma­tisch Schritt-für-Schritt nähern können.

Zur Aus­gangs­lage gehö­ren dabei die gestie­ge­nen Ansprü­che der Bevöl­ke­rung – man denke nur an Same-Day- oder Food Deli­very – und die Anfor­de­run­gen der Ver­kehrs­wende. Bestim­men­den Ein­fluss auf den inner­städ­ti­schen Wirt­schafts­ver­kehr haben ebenso die Erfor­der­nisse des Umwelt- und Kli­ma­schut­zes sowie das über­ge­ord­nete Ziel der Ver­min­de­rung der ver­kehr­li­chen und öko­lo­gi­schen Belas­tun­gen. Gerade für die Bal­lungs­zen­tren wer­den daher Lösun­gen benö­tigt, die die Ver­sor­gung der Bevöl­ke­rung mit Gütern und Waren sicher­stel­len. Der inner­städ­ti­sche Wirt­schafts­ver­kehr ist hier­bei ein wesent­li­cher Bau­stein, aber letzt­lich auch nur Teil eines grö­ße­ren Ganzen.

Wesent­li­che Ori­en­tie­rung für das Autoren­team der Stu­die bil­dete die Umset­zungs­per­spek­tive der kom­mu­na­len Ent­schei­dungs­trä­ger, die als maß­geb­lich Ver­ant­wort­li­che für die loka­len Ver­sor­gungs­netze Maß­nah­men vor Ort pla­nen, umset­zen und kom­mu­ni­zie­ren müs­sen. Vor­aus­set­zung für die Lösung der gege­be­nen Her­aus­for­de­run­gen bleibt eine hin­rei­chende Infor­ma­ti­ons­lage und Kennt­nis der wich­tigs­ten Logis­tik­im­mo­bi­li­en­kon­zepte sowie deren prak­ti­schen Erfor­der­nisse. Im Fokus ste­hen zudem kon­krete Pla­nungs- und Hand­lungs­schritte. Die inhalt­li­che Gestal­tung der Publi­ka­tion ori­en­tiert sich ent­spre­chend an fol­gen­den Punkten:

  • Grund­la­gen der Logis­tik und des Städ­te­baus (inklu­sive anschau­li­cher Beispiele)
  • Hil­fe­stel­lung bei der Defi­ni­tion öko­no­mi­scher, öko­lo­gi­scher und sozia­ler Ziele
  • Fra­gen­ka­ta­log zur Iden­ti­fi­ka­tion eines Hand­lungs­rah­mens für die Kommune
  • Hilfe bei Ana­lyse und Ein­be­zug der Stakeholder-Perspektiven
  • Prü­fung und Berück­sich­ti­gung der jewei­li­gen Gege­ben­hei­ten vor Ort
  • Vor­stel­lung bedarfs­ge­rech­ter, res­sour­cen­scho­nen­der und kun­den­ori­en­tier­ter Logis­tik­lö­sun­gen für die letzte Meile
  • Detail­lierte Steck­briefe für die wich­tigs­ten Logistikimmobilien-Konzepte: 
    • Paket­au­to­ma­ten
    • Paket­shops
    • Mikro-Hubs
    • Darksto­res
    • Urban Hubs und Depots

Die AutorIn­nen der Publi­ka­tion sind Michael Kuchen­be­cker, Pro­ku­rist und Senior Con­sul­tant bei LNC Logi­stic­Net­work Con­sul­tants GmbH, Horst Man­ner-Rom­berg, Geschäfts­füh­rer der MRU GmbH, sowie Janine Zim­mer­mann, Head of Pro­ject­ma­nage­ment bei ecoworks.

„Bei der Lösung der aktu­el­len städ­te­bau­li­chen Her­aus­for­de­run­gen kön­nen Logis­tik­im­mo­bi­li­en­kon­zepte eine Schlüs­sel­rolle spie­len“, erklärt Dr. Malte-Maria Mün­chow, Spre­cher der Logix Initia­tive. „Aber eine tief­grei­fende aka­de­mi­sche Aus­ein­an­der­set­zung ist in den sel­tens­ten Fäl­len nötig. Einen geeig­ne­ten Start­punkt lie­fert die aktu­elle Logix-Publi­ka­tion, die die grund­le­gen­den Funk­tio­nen der wich­tigs­ten Logis­tik­im­mo­bi­li­en­kon­zepte sowie deren prak­ti­schen Erfor­der­nisse und Vor­züge bün­dig erläutert.“ 

Die Publi­ka­tion wurde im Februar 2023 ver­öf­fent­licht und zudem an rund 500 Kom­mu­nen in ganz Deutsch­land ver­sen­det. Sie kann kos­ten­los her­un­ter­ge­la­den wer­den unter www.logix-award.de/forschung. Gespon­sert wurde die Stu­die von den Unter­neh­men Bay­ernLB, Pan­at­toni, pfen­ning logi­stics und Real I.S..

Neben der Ver­gabe des Logix Award, dem deut­schen Logis­tik­im­mo­bi­lien-Preis, der in 2023 auf der Expo Real in Mün­chen zum 6. Mal ver­lie­hen wird, ist die Initi­ie­rung von Stu­dien und Publi­ka­tio­nen sowie der Dia­log mit den Inter­es­sen­grup­pen eines der Haupt­hand­lungs­fel­der des Logix. In ihren Arbei­ten setzt sich die Initia­tive mit der Bedeu­tung von Logis­tik­im­mo­bi­lien aus­ein­an­der sowie mit den sie beglei­ten­den The­men wie Flä­chen­knapp­heit, Arbeits­kräf­te­ver­füg­bar­keit, kom­mu­na­ler Dia­log oder Klimaschutz.

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Blume vor Photovoltaik

Trend­ra­dar: Energieautarkie

Strom­ver­sor­gung als Argu­ment gewerb­li­cher Ansiedlung –
Ener­gie­pro­du­zie­rende Logis­tik­im­mo­bi­lien als Chance

Photovoltaik

Die gewerb­li­che Flä­chen­po­li­tik und die damit ver­bun­dene Wirt­schafts­po­li­tik sucht seit jeher attrak­tive Unter­neh­mens­an­sied­lun­gen, um die lokale Lebens­qua­li­tät der Bewoh­ner zu ver­bes­sern und den jewei­li­gen Stand­ort nach­hal­tig zu ent­wi­ckeln. Die wich­tigs­ten Ziele dabei sind:

  • Schaf­fung und Erhal­tung von Arbeitsplätzen

  • Ein­nah­men durch Gewer­be­steuer und damit ver­bun­dene Stei­ge­rung der wirt­schaft­li­chen Leistungsfähigkeit

  • Stär­kung der regio­na­len Wett­be­werbs­fä­hig­keit und För­de­rung der Innovationskraft

  • Ver­bes­se­rung der Infrastruktur

Unter­neh­men, die bei der Errei­chung die­ser Ziele hel­fen, waren und sind hart umkämpft. Doch die Zei­ten, in denen sich inter­es­sierte Unter­neh­men eine „grüne Wiese“ aus­su­chen und zeit­weise sogar den Grund­stücks­preis bestim­men konn­ten, sind längst vor­bei. Vor allem für die­je­ni­gen, die sich seit Jah­ren mit Logis­tik­im­mo­bi­lien beschäf­ti­gen, ist das nichts Neues. Dass die zuneh­mende Flä­chen­knapp­heit dabei aller­dings nicht die allei­nige Ursa­che ist, soll in die­sem Bei­trag dis­ku­tiert wer­den. In Zukunft bestim­men auch andere Fak­to­ren über Erfolg und Miss­erfolg für den „Match“ zwi­schen Kom­mune[1] und ansied­lungs­wil­li­gen (Logistik-)Unternehmen.

Kom­mu­na­ler Fokus der Gewer­be­flä­chen­po­li­tik in drei Phasen

Die Kri­te­rien Arbeits­kräfte und Gewer­be­steuer sind schon lange nicht mehr ein­zi­ger Fokus der Kom­mu­nen, wenn es um die gewerb­li­che Neu­an­sied­lung von Unter­neh­men geht. Wie sich die all­ge­mei­nen Rah­men­be­din­gun­gen und die Gewich­tung bei der kom­mu­na­len Gewer­be­po­li­tik ver­än­dert haben (und ver­mut­lich wei­ter ver­än­dern), ver­an­schau­licht die fol­gende Tabelle anhand von drei Pha­sen[2]:

[1] Dem Autor ist bewusst, dass die Sprei­zung von Kom­mu­nen in Bezug auf die genann­ten Kri­te­rien erheb­lich ist. Der Begriff Kom­mune wird folg­lich im wei­te­ren Text stell­ver­tre­tend für eine durch­schnitt­li­che Kom­mune in Deutsch­land verwendet.
[2] Mit Phase 1 beginnt in etwa der Zeit­punkt der Logis­tik­im­mo­bi­lien-Pro­jekt­ent­wick­lung. Lager­im­mo­bi­lien, die  vor die­ser Phase gebaut wur­den, ent­stan­den sel­ten aus stra­te­gi­schen Anla­ge­mo­ti­ven, son­dern hat­ten pri­mär ope­ra­ti­ven Nut­zen für die Eigennutzer.
Tabelle 1: Kom­mu­nale Gewer­be­flä­chen­po­li­tik in drei Phasen

Grafik Tabelle

Im Fol­gen­den sol­len die ein­zel­nen Pha­sen, ins­be­son­dere mit Bezug auf die Fol­gen für die Logis­tik­im­mo­bi­lien kurz bespro­chen werden.

Phase 1: Arbeits­lo­sig­keit und leere Kas­sen (bis etwa 2010)

Betrach­tet man die Arbeits­markt­si­tua­tion sowie die Gewer­be­steu­er­ein­nah­men im Zeit­ver­lauf (siehe Abbil­dung), so fällt auf, dass der Wunsch der Kom­mu­nen nach Gewer­be­steuer zah­len­den Unter­neh­men mit hohem Arbeits­kräf­te­be­darf in der Ver­gan­gen­heit beson­ders hoch war. Bis zum Jahr 2005 pen­delte die Arbeits­lo­sen­quote im Wes­ten um die 10 Pro­zent und im Osten gar um 20 Pro­zent. Auch die Gewer­be­steu­er­ein­nah­men beweg­ten sich wenig dyna­misch und blie­ben stets unter 30 Mrd.

Abbil­dung 1: Arbeits­lo­sen­quo­ten und Gewer­be­steu­er­ein­nah­men im Zeitverlauf

Grafik

Zwi­schen etwa 2005 und 2010 ging in Deutsch­land die Arbeits­lo­sen­quote deut­lich nach unten. Folg­lich rückte das Thema im wei­te­ren zeit­li­chen Ver­lauf zuneh­mend in den Hin­ter­grund (wenn auch langsam).

Diese Phase bis 2010 kann rück­bli­ckend – aus der Per­spek­tive der Logis­tik­im­mo­bile – als unkom­pli­zier­teste ange­se­hen wer­den. Trotz der immer häu­fi­ger auf­tre­ten­den kom­mu­na­len Kri­tik hin­sicht­lich schlech­ter Flä­chen­ef­fi­zi­enz (in Bezug auf Mitarbeiter*innen/m²) oder Lärm und Dreck war es ver­gleichs­weise ein­fach, an geeig­nete Grund­stü­cke zu kom­men. Zudem war vor allem der Markt der Pro­jekt­ent­wick­ler noch sehr über­schau­bar. Die über­schau­bare Wett­be­werbs­si­tua­tion war gepaart mit einer ver­gleichs­weise üppi­gen Flä­chen­ver­füg­bar­keit. Teil­weise konn­ten noch Ankaufs­preise ver­han­delt wer­den, was aus heu­ti­ger Sicht undenk­bar ist.

Die dama­lige Situa­tion führte aller­dings zu einer Viel­zahl an Logis­tik­im­mo­bi­lien ein­fachs­ter Bau­art. In die­sem Nach­fra­ge­markt konn­ten Ent­wick­ler­in­ter­es­sen vglw. leicht durch­ge­setzt wer­den. Denn zu strenge kom­mu­nale Auf­la­gen konn­ten dazu füh­ren, inter­es­sierte Ansied­ler zu verschrecken.

Phase 2: Flächenknappheit

Ähn­lich dis­rup­tiv wie der Arbeits­markt – wenn­gleich zeit­lich schwe­rer zuzu­ord­nen – ent­wi­ckelte sich im glei­chen Zeit­raum die Ver­füg­bar­keit gewerb­lich nutz­ba­rer Flä­che. Die zuneh­mende Ver­knap­pung von Flä­chen ist ins­be­son­dere an der Ent­wick­lung der Gewer­be­steu­er­ein­nah­men seit etwa 2010 abzu­le­sen. Seit die­sem Zeit­punkt haben sich diese bis heute in etwa verdoppelt.

Ansied­lungs­wil­lige Unter­neh­men tref­fen in die­ser Phase bis zum heu­ti­gen Tag auf ver­gleichs­weise gesät­tigte Märkte. Dies bedeu­tet zum einen, dass die Kom­mu­nen nur noch wenige Flä­chen anbie­ten (kön­nen). Zudem wird das Pro­blem der abneh­men­den Fach­kräf­te­ver­füg­bar­keit nicht zwangs­läu­fig durch den Zuzug neuer Unter­neh­men gelöst. In vie­len Kom­mu­nen herrscht nahezu Vollbeschäftigung.

Die fol­gende Gra­fik ver­deut­licht die Pro­ble­ma­tik mit Blick auf die wich­tigs­ten Logis­tik­re­gio­nen Deutschlands:

Abbil­dung 2: Matrix der Flä­chen- und Arbeits­kräf­te­po­ten­tiale in den 23 Logistikregionen

Grafik

Diese Phase ist geprägt von der Erkennt­nis, dass zumin­dest Flä­che eine end­li­che Res­source ist. Damit ver­bun­den war eine wesent­lich restrik­ti­vere und anspruchs­vol­lere Flä­chen­ver­gabe sei­tens der Kom­mu­nen. Die Ver­än­de­rung hin zum Ange­bots­markt, in dem zusätz­lich die Nach­frage stark gestie­gen ist, in Ver­bin­dung mit stei­gen­den Anfor­de­run­gen an Öko­lo­gie und Design führte zu neuen, inno­va­ti­ve­ren Ansät­zen bei Logis­tik­im­mo­bi­lien. Die Ent­wick­lung von Brown­fields, Mehr­stö­ckig­keit und Green Buil­dings (inkl. Zer­ti­fi­zie­rungs­we­sen und damit ver­bun­de­nen Qua­li­täts­stan­dards) sind immer häu­fi­ger zu beob­ach­ten, was in Phase 1 noch undenk­bar gewe­sen wäre. Diese Ver­än­de­run­gen waren not­wen­dig, um sich über­haupt im Wett­be­werb um Flä­chen gegen immer mehr wer­dende Markt­teil­neh­mer und gegen­über ande­ren Asset­klas­sen durch­set­zen zu können.

Phase 3: Ener­gie­ge­win­nung & Klimaschutz

Aktu­ell befin­den wir uns in einer neuen Phase aus kom­mu­na­ler Sicht. Der Angriffs­krieg Russ­lands in der Ukraine und der damit ver­bun­dene Import­stopp von rus­si­schem Gas hat die Ener­gie­wende Deutsch­lands not­ge­drun­gen deut­lich beschleu­nigt. Vize­kanz­ler und Wirt­schafts­mi­nis­ter Habeck for­mu­lierte dies­be­züg­lich den ein­zu­schla­gen­den Weg: „Wir müs­sen weg von fos­si­len Ener­gie­trä­gern und weg von der Abhän­gig­keit und Erpress­bar­keit von rus­si­schen Impor­ten. … Nur mit mehr erneu­er­ba­ren Ener­gien und mehr Ener­gie­ef­fi­zi­enz wer­den wir unsere Unab­hän­gig­keit stär­ken. …Das heißt aber auch: weg vom Inten­siv-Ver­brauch, hin zu Ener­gie­ein­spa­rung und Ener­gie­ef­fi­zi­enz.“ Das Ziel ist, dass Deutsch­land bis 2030 80 Pro­zent (in sie­ben Jah­ren!) sei­nes Strom­be­darfs aus erneu­er­ba­ren Ener­gien decken soll. Diese Her­aus­for­de­rung sol­len „alle“ zusam­men lösen, also neben Pri­vat­haus­hal­ten und Unter­neh­men auch die Kommunen.

Die noch feh­len­den rege­ne­ra­ti­ven Ener­gie­res­sour­cen sind dem­entspre­chend flä­chen­de­ckend über das gesamte Land zu ver­tei­len. Folg­lich müs­sen die Kom­mu­nen künf­tig viel stär­ker in das Thema ein­ge­bun­den werden.

Die Hälfte aller Logis­tik­im­mo­bi­lien befin­den sich ver­mut­lich im dezen­tra­len Raum, also auf dem Gebiet klei­ner bis mitt­le­rer Kom­mu­nen. Mit bau­li­chen Fra­gen sind diese beson­de­res häu­fig hoff­nungs­los über­las­tet, sowohl per­so­nell als auch hin­sicht­lich des not­wen­di­gen Know­Hows. Unter aktu­el­len Bedin­gun­gen (z.B. Netz­an­schluss, büro­kra­ti­sche Hür­den, etc.) scheint die Ziel­er­rei­chung zur Sisy­phus­auf­gabe zu wer­den, wenn die gro­ßen Menge an Pri­vat­haus­hal­ten mit Pho­to­vol­taik-Anla­gen aus­stat­tet und an das Netz genom­men wer­den muss.

Wer hat die größ­ten (Dach-)Flächen?

Eine nahe­lie­gende Lösung für Kom­mu­nen ist daher, die­je­ni­gen ener­ge­tisch zu ertüch­ti­gen, die die größ­ten gewerb­li­chen Flä­chen in der Kom­mune bewirt­schaf­ten. Zumin­dest könnte so ein Viel­fa­ches an büro­kra­ti­schen Ein­zel­vor­gän­gen ver­mie­den wer­den.[1]

Mit Blick in die Zukunft bie­ten sich somit für Anbie­ter oder Betrei­ber von Logis­tik­im­mo­bi­lien ganz neue Ansätze und Chan­cen. Künf­tig könn­ten kleine kom­mu­nale Kraft­werke ent­ste­hen, die sowohl Solar­ener­gie als auch Ener­gie durch Wind­kraft (oder andere Alter­na­ti­ven) erzeu­gen. Neben den Flä­chen auf dem Gebäu­de­dach könn­ten z.B. auch alle Park­plätze über­dacht und mit Solar­an­la­gen aus­ge­stat­tet wer­den. Diese Gebäude wären ein wich­ti­ges Puz­zle­stück zur Errei­chung der kom­mu­na­len Ener­gie­ziele. Die Nut­zung der Ener­gie­im­mo­bi­lie könnte dann durch­aus auch Logis­tik sein.

Die Ent­wick­ler und Betrei­ber eines sol­chen Kraft­werks wären die glei­chen, die heute reine Logis­tik­im­mo­bi­lien errich­ten. Da zukünf­tig auch die ESG-Kri­te­rien immer anspruchs­vol­ler wer­den, ist die Dop­pel­nut­zung einer sol­cher Immo­bi­lie nur kon­se­quent, denn selbst im Falle eines Leer­stands bleibt immer noch die Ener­gie­ge­win­nung als Risi­ko­ab­de­ckung  – ins­be­son­dere für die Kommune.

Fazit:

Die Ver­gan­gen­heit hat gezeigt, dass die Logis­tik­im­mo­bi­lie sowie deren Ent­wick­ler hohe Adap­ti­ons­fä­hig­kei­ten auf­wei­sen und sich durch­aus an externe Ein­flüsse sowie neue Her­aus­for­de­run­gen anpas­sen kön­nen. Den­noch muss man kon­sta­tie­ren, ver­mut­lich auch dem jun­gen Alter der Asset­klasse geschul­det, dass die Mehr­heit der bis­her ent­stan­de­nen Logis­tik­im­mo­bi­lien bis heute weder auf­fal­lend inno­va­tiv gebaut noch anspruchs­voll desi­gned wur­den. Der Logis­tik­im­mo­bi­lie fehlte es bis heute vor allem aus kom­mu­na­ler Sicht an posi­ti­ven Allein­stel­lungs­merk­ma­len und somit an guten Argu­men­ten beim Ansied­lungs­pro­zess. Doch im Wett­be­werb unter der Asset­klas­sen könnte die Logis­tik­im­mo­bi­lie in Zukunft zumin­dest durch den Zweit­nut­zen als Kraft­werk in Sachen Ener­gie die Nase vorn haben.

[1] Siehe dazu auch: Ramp One Inter­view, März 2022: https://www.ramp-one.de/energieautonomie-im-fokus/

Autor: Prof. Dr. Alex­an­der Nehm, DHBW Mannheim

Quel­len­ver­zeich­nis:
Abb 1. Quelle: Prof. Dr. Alex­an­der Nehm in Anleh­nung an WSI (https://www.wsi.de/de/erwerbsarbeit-14617-arbeitslosenquoten-26623.htm) und Desta­tis 2023 (https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2022/08/PD21_362_713.html)
Tabelle 1 Quelle: Initia­tive Logis­tik­im­mo­bi­lie (Logix) 
Abb. 2. Quelle: Nehm/­Ve­res-Homm 2018: Stand­ort­kom­pass, Logix (Hrsg.): https://www.logix-award.de/wp-content/uploads/2018/10/logix_Standortkompass_2018.pdf

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