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Maß­nah­men zum trans­pa­ren­ten Nach­hal­tig­keits-Report­ing auf Portfolio-Ebene 

Foto Trendradar Nachhaltigkeits-Reporting

Autor: Stef­fen Wal­vius – Energy and Sus­taina­bi­lity Lea­der bei Euro­pean Green Logi­stics Space

Die Reform der SFDR-Richt­li­nien der EU („Sus­tainable Finance Dis­clo­sure Regu­la­tion“) könnte end­lich die wah­ren „Green Lea­ders“ aner­ken­nen – sofern wir sie mit einer ehr­li­chen, trans­for­ma­ti­ons­ori­en­tier­ten Bericht­erstat­tung kom­bi­nie­ren. Eine Logis­tik­im­mo­bi­lien-Per­spek­tive auf Port­fo­lio-Optik, Lebens­zy­klus-Emis­sio­nen (Whole-Life Car­bon) und die Report­ing-Lösun­gen, die echte Trans­for­ma­tion belohnen.

Wich­ti­ger Hin­weis: SFDR 2.0 ist noch ein Vor­schlag und muss den EU-Gesetz­ge­bungs­pro­zess durch­lau­fen; Markt­ana­ly­sen deu­ten auf eine mehr­jäh­rige Über­gangs­phase von der Ver­ab­schie­dung bis zur Anwen­dung hin. (Stand: April 2026)

Jah­re­lang schuf das euro­päi­sche Offen­le­gungs­re­gime ein Para­do­xon: Stra­te­gien, die die här­teste Dekar­bo­ni­sie­rungs­ar­beit leis­ten – näm­lich der Erwerb „brau­ner“, nicht kon­for­mer Assets und deren ener­ge­ti­sche Ver­bes­se­rung – hat­ten Schwie­rig­kei­ten, sich als „grün“ zu prä­sen­tie­ren. Der SFDR‑2.0‑Vorschlag der Euro­päi­schen Kom­mis­sion führt nun eine Pro­dukt­ka­te­go­rie für Tran­si­tion ein. Diese ist für Fonds gedacht, die in Ver­mö­gens­werte inves­tie­ren, die noch nicht nach­hal­tig sind, sich aber auf einem glaub­wür­di­gen Pfad befin­den. Falls dies ver­ab­schie­det wird, erhiel­ten trans­for­ma­ti­ons­ori­en­tierte Immo­bi­li­en­stra­te­gien ein kla­re­res Fun­da­ment, und die Ver­wir­rung durch die fak­ti­sche Label-Nut­zung von Arti­kel 8/9 würde reduziert.

Die Illu­sion des Portfolio-Fortschritts

Logis­tik­in­ves­to­ren berich­ten stolz über stei­gende Zer­ti­fi­zie­rungs­quo­ten, LED-Abde­ckung, Pho­to­vol­taik-Kapa­zi­tä­ten und redu­zierte Port­fo­li­o­emis­sio­nen. Dies sind legi­time Kenn­zah­len, doch sie kön­nen die Asset-Rota­tion mas­kie­ren. Oft wer­den emit­tie­rende Gebäude ver­kauft und „grüne“ hin­zu­ge­kauft, anstatt die Effi­zi­enz im tat­säch­li­chen Bestand zu stei­gern. Das Ergeb­nis: Die KPIs ver­bes­sern sich, wäh­rend die sys­tem­wei­ten Emis­sio­nen sta­gnie­ren, da die „brau­nen“ Assets unter ande­ren Eigen­tü­mern im Bestand verbleiben.

Sanie­rung statt Ersatz: Die Auf­gabe in der deut­schen Logistik

Der Gebäu­de­be­stand in der EU und Deutsch­land ist alt und lang­le­big. Etwa 85 % des Bestands wurde vor 2001 gebaut, und ein Groß­teil wird auch 2050 noch ste­hen; die Sanie­rungs­rate bleibt jedoch gering. In der Logis­tik sind rund 61 % der euro­päi­schen Lager­häu­ser älter als zehn Jahre. Das bedeu­tet: Der Logis­tik-Fuß­ab­druck von 2050 ist bereits weit­ge­hend gebaut und benö­tigt eine Trans­for­ma­tion, keine reine Selektion.

Whole-Life Car­bon: Warum „Neu“ nicht immer „Grü­ner“ ist

Abriss und Neu­bau ver­ur­sa­chen hohe ver­kör­perte Emis­sio­nen (Embo­died Car­bon). Ein Neu­bau sieht in ope­ra­ti­ven Metri­ken oft sau­be­rer aus, doch die ganz­heit­li­che CO₂-Bilanz ist über Jahre hin­weg schlech­ter als bei einer Sanie­rung. Fach­gre­mien beto­nen, dass der Erhalt von Struk­tu­ren meist die emis­si­ons­är­mere Wahl ist. Um dies sicht­bar zu machen, ist eine expli­zite Lebens­zy­klus-Bericht­erstat­tung (ope­ra­tiv + ver­kör­pert) erforderlich.

Von Kenn­zah­len zu ech­tem Fortschritt

Um ech­ten Wan­del von rein rech­ne­ri­schen Ver­bes­se­run­gen zu unter­schei­den, muss Nach­hal­tig­keits­be­richt­erstat­tung zei­gen, was sich tat­säch­lich im Bestand ver­än­dert. Dazu gehört, echte Ver­bes­se­run­gen bestehen­der Gebäude von Port­fo­lio-Umschich­tun­gen zu unter­schei­den, Fort­schritte auf Gebäu­de­ebene sicht­bar zu machen statt nur agg­re­gierte Kenn­zah­len zu berich­ten und den Kli­ma­nut­zen der Auf­wer­tung bestehen­der Gebäude anzu­er­ken­nen. Wenn Bericht­erstat­tung abbil­det, wie sich Gebäude im Laufe der Zeit von inef­fi­zi­ent zu effi­zi­ent ent­wi­ckeln und nicht nur, wie „grün“ ein Port­fo­lio heute erscheint, wird Trans­for­ma­tion nach­voll­zieh­bar und vergleichbar.

Warum das für Labels und Namen zählt

Die neue SFDR-Kate­go­rie würde es ermög­li­chen, Brown-to-Green-Pro­dukte klar zu kenn­zeich­nen. Gleich­zei­tig for­dern die ESMA-Leit­li­nien, dass Fonds­na­men die tat­säch­li­che Stra­te­gie wider­spie­geln, was ein wich­ti­ges Instru­ment gegen Green­wa­shing ist.

Unsere Anwen­dung bei EGLS

Bei der Euro­pean Green Logi­stics Space (EGLS) suchen wir gezielt nach „gestran­de­ten“ Assets, um diese gemein­sam mit den Mie­tern zu trans­for­mie­ren. Wir mes­sen unse­ren Erfolg am Like-for-Like-Fort­schritt, WLC pro m² und dem EPC-Farb­wech­sel. Wir lau­fen nicht vor pro­ble­ma­ti­schen Gebäu­den davon – wir über­neh­men Ver­ant­wor­tung für sie.