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Ener­gie­recht und ESG: Warum der Hand­lungs­druck auf den Immo­bi­li­en­sek­tor wächst 

Sunrock versorgt Omni-Channel-Hub von Thalia mit nachhaltiger Energie

Autorin: Sophia Truong, lei­tende Rechts­be­ra­te­rin der Sun­rock Hol­ding Ger­many GmbH

Regu­la­to­ri­sche Anfor­de­run­gen, stei­gende CO₂-Kos­ten und ein ver­än­der­tes Inves­to­ren­ver­hal­ten ver­än­dern die Rah­men­be­din­gun­gen im Immo­bi­li­en­sek­tor grund­le­gend. Das Ver­ständ­nis ener­gie­recht­li­cher Vor­ga­ben ist dabei längst keine juris­ti­sche Spe­zi­al­ma­te­rie mehr, son­dern Vor­aus­set­zung für stra­te­gisch und wirt­schaft­lich trag­fä­hige Entscheidungen.

Auf den Immo­bi­li­en­sek­tor ent­fal­len in der EU rund 40 % des Ener­gie­ver­brauchs und gut ein Drit­tel der ener­gie­be­ding­ten Treib­haus­gas­emis­sio­nen. In Deutsch­land wird er die gesetz­lich fest­ge­leg­ten Emis­si­ons­ober­gren­zen bis 2030 vor­aus­sicht­lich um rund 110 Mio. Ton­nen über­schrei­ten – bei einer Sanie­rungs­rate, die seit Jah­ren bei etwa 1 % pro Jahr ver­harrt. Der poli­ti­sche Hand­lungs­druck ist ent­spre­chend hoch und wirkt sich zuneh­mend auf Eigen­tü­mer und Inves­to­ren aus.

Drei Ent­wick­lun­gen, die den Markt verändern

Der ener­gie­recht­li­che Rah­men ist kom­plex – lässt sich aber ent­lang von drei zen­tra­len Trans­for­ma­ti­ons­trends der Ener­gie­wirt­schaft struk­tu­rie­ren, die für Logis­tik- und Indus­trie­im­mo­bi­lien beson­dere Rele­vanz haben: Dekar­bo­ni­sie­rung, Dezen­tra­li­sie­rung und Digitalisierung.

  1. Stei­gende CO₂-Kos­ten als wirt­schaft­li­cher Schlüsselfaktor

Der natio­nale Emis­si­ons­han­del nach dem Brenn­stoff­emis­si­ons­han­dels­ge­setz (BEHG) und das ab 2027/2028 geplante euro­päi­sche Pen­dant EU-ETS‑2 trei­ben die CO₂-Kos­ten struk­tu­rell nach oben. Pro­gno­sen gehen bis 2035 von bis zu 160 Euro je Tonne aus. Gleich­zei­tig kop­pelt das CO₂-Kos­ten­auf­tei­lungs­ge­setz (CO2KostAufG) den Ver­mie­ter­an­teil direkt an den ener­ge­ti­schen Zustand des Gebäu­des. Eine schlechte Ener­gie­bi­lanz führt damit nicht nur zu höhe­ren Kos­ten, son­dern schwächt auch unmit­tel­bar die Wett­be­werbs­po­si­tion gegen­über effi­zi­en­te­ren Objekten.

  1. Lokal erzeug­ter Strom als Bau­stein moder­ner Energieversorgung

Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen in Kom­bi­na­tion mit Bat­te­rie­spei­chern ermög­li­chen eine dezen­trale Ener­gie­ver­sor­gung, die Eigen­ver­brauch opti­miert, Netz­ent­gelte redu­ziert und Last­spit­zen abfe­dert. Für die Umset­zung ste­hen ver­schie­dene Modelle zur Ver­fü­gung: vom Mie­ter­strom­mo­dell über die gemein­schaft­li­che Gebäu­de­ver­sor­gung bis hin zum Con­trac­tor-Modell, bei dem ein Drit­ter Anlage und Betrieb voll­stän­dig über­nimmt. Quar­tiers­lö­sun­gen erlau­ben es dar­über hin­aus, erzeug­ten Strom gebäu­de­über­grei­fend zu nut­zen. Logis­tik- und Indus­trie­im­mo­bi­lien bie­ten mit ihren groß­flä­chi­gen Dach­struk­tu­ren hier­für beson­ders güns­tige Voraussetzungen.

  1. Daten­ba­sier­tes Ener­gie­ma­nage­ment als Steuerungsinstrument

Intel­li­gente Mess­sys­teme erfas­sen Ver­bräu­che vier­tel­stun­den­ge­nau und schaf­fen damit die Grund­lage für dyna­mi­sche Strom­ta­rife, gezielte Last­steue­rung und ein belast­ba­res ESG-Report­ing. In Ver­bin­dung mit PV- und Bat­te­rie­spei­cher­lö­sun­gen ent­steht ein inte­grier­tes Sys­tem, das Immo­bi­lien effi­zi­en­ter auf­stellt und zugleich den wach­sen­den Trans­pa­renz­an­for­de­run­gen von Inves­to­ren und Mie­tern gerecht wird.

Früh­zei­ti­ges Han­deln zahlt sich aus

Die ener­gie­recht­li­che Ent­wick­lung setzt klare Signale: Sie belohnt pro­ak­ti­ves Han­deln und ver­teu­ert das Abwar­ten. Wer früh­zei­tig eine ganz­heit­li­che ESG-Stra­te­gie ver­folgt und in dezen­trale Ener­gie­lö­sun­gen inves­tiert, kann Kos­ten sen­ken, die Ver­miet­bar­keit ver­bes­sern und den lang­fris­ti­gen Wert sei­ner Immo­bi­lien sichern. Für Inves­to­ren ent­steht dadurch ein nach­hal­ti­ge­res, zukunfts­si­che­res Asset, wäh­rend Mie­ter durch sin­kende Ener­gie­kos­ten und zusätz­li­che Nut­zungs­mög­lich­kei­ten, etwa das Laden von Elek­tro­fahr­zeu­gen mit lokal erzeug­tem Grün­strom, ent­las­tet werden.